Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen
  1. Frauen NRW

Initiativen zur Karriereförderung

Die Politik, die Unternehmen, aber auch die Frauen selbst können mit einem Mix aus verschiedenen Maßnahmen und Initiativen Karrieren von Frauen fördern.

Politische Initiativen des Bundes

Auf politischer Ebene gibt es die Möglichkeit, mithilfe von Zertifizierungen, Vereinbarungen oder Quotenvorgaben auf eine Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen hinzuwirken. Für die Bediensteten in der Bundesverwaltung gilt mit dem Bundesgleichstellungsgesetz, dass Frauen in den Bereichen, in denen sie unterrepräsentiert sind, bei gleicher Eignung bevorzugt eingestellt werden. Für die Privatwirtschaft gibt es bislang keine gesetzliche Quotenregelung. Stattdessen wurde 2001 eine "Vereinbarung zwischen der Bundesregierung und den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft zur Förderung der Chancengleichheit von Frauen und Männern in der Privatwirtschaft" geschlossen, die freiwillige Initiativen vorsieht.

Daneben engagiert sich die Bundesregierung mit mehreren Förderprogrammen, deren Ziel es ist, gleiche Aufstiegs- und Karrierechancen für Frauen und Männer zu garantieren. So werden im Rahmen des "Professorinnenprogramms" Stellen für Professorinnen an den Hochschulen geschaffen. Gefördert werden auch Projekte von Unternehmen, Gewerkschaften, Bildungseinrichtungen und Verbänden. Das Bundesfrauenministerium bietet auf dem Internetportal www.frauenmachenkarriere.de allgemeine sowie branchen- und länderspezifische Informationen zum Thema Karriere und stellt Frauen in Top-Positionen vor.

Initiativen des Landes Nordrhein-Westfalen

Auch in Nordrhein-Westfalen gilt für den öffentlichen Dienst eine Frauenquote, die im Landesgleichstellungsgesetz festgelegt ist. Daneben hat die Landesregierung zwei Mentoring-Programme zur Förderung des weiblichen Führungsnachwuchses initiiert. "KIM - Kompetenz im Management" bringt unternehmensübergreifend junge, ambitionierte Frauen und erfahrene Managerinnen zusammen. Ziel von "PePon - Mentoring in Unternehmen in OWL" ist es, in Kooperation mit Unternehmen qualifizierte Frauen für die Übernahme von Führungsaufgaben zu gewinnen und zu entwickeln. Darüber hinaus fördert das Land Nordrhein-Westfalen beispielsweise Projekte zur Verbesserung der Situation von Frauen in der industriellen Forschung.

Betriebliche Initiativen zur Karriereförderung

In den Unternehmen sind die Geschäftsleitung und die Personalabteilung die entscheidenden Akteurinnen. Mit Coaching-Angeboten, Mentoring-Programmen, unternehmensinternen Frauennetzwerken, entsprechenden Weiterbildungsprogrammen oder betrieblichen Vereinbarungen können sie die Gleichstellung vorantreiben. Firmen wie die Deutsche Telekom oder die HypoVereinsbank haben hauseigene Frauenquoten festgelegt. Viele Betriebe nutzen Zertifizierungen, um geschlechtergerechtere Bedingungen für die Beschäftigten zu schaffen und damit langfristig Frauen den Weg in Führungspositionen zu ebnen. Das Prädikat "Total Equality" bescheinigt den ausgezeichneten Unternehmen zum Beispiel ein erfolgreiches und nachhaltiges Engagement für die Chancengleichheit von Frauen und Männern im Beruf. Insgesamt nutzen jedoch nur rund zehn Prozent der Unternehmen die vorhandenen Instrumente zur Karriereförderung von Frauen.

Beispiel Quote

In Deutschland ist die Quote in der Politik, der Wirtschaft und selbst unter Frauen mit Karriereambitionen ein umstrittenes Instrument. Die bisherige Bilanz des freiwilligen Engagements der Wirtschaft fällt mager aus. Von Frauenrechtsorganisationen wird deshalb immer wieder auch für die Privatwirtschaft eine gesetzliche Quotenregelung gefordert. Derzeit wird die Einführung einer Quote für die Aufsichtsräte von privatwirtschaftlichen Unternehmen diskutiert. Den Aufsichtsräten kommt bei der Steigerung des Frauenanteils in Führungspositionen eine zentrale Bedeutung zu, weil sie für die Auswahl der Vorstandsmitglieder zuständig sind. In Norwegen wurde 2003 per Gesetz und mit Erfolg eine 40-Prozent-Frauenquote in Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen durchgesetzt.

Beispiel Mentoring

Mentoring hat sich zu einer wichtigen Strategie der Karriereförderung von Frauen entwickelt. Mentoring-Programme werden sowohl unternehmensintern als auch unternehmensübergreifend angeboten. Auch in bestimmten Berufssparten, zum Beispiel für Frauen in der IT-Branche oder Ingenieurinnen, für Hochschulabsolventinnen sowie für Frauen in Parteien und Verbänden, werden mit Erfolg Mentoring-Programme aufgelegt. Dabei steht eine Mentorin oder ein Mentor der Mentee für eine bestimmte Zeit beratend zur Seite. Die Formen des Mentorings reichen vom klassischen Tandem bis hin zum Gruppenmentoring. Oft sind auch Angebote zur Weiterbildung Teil des Mentoring-Programms.

Netzwerke für Frauen

Frauen haben sich in vielfältigen Netzwerken zusammengeschlossen, um sich gegenseitig in ihrem beruflichen Fortkommen zu unterstützen. Bei den Management-Netzwerken spielt die berufliche Spezialisierung keine Rolle. Sie bieten Frauen Gelegenheit zum Austausch mit Menschen, die auf ihren Berufs- oder Karrierewegen ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Darüber hinaus gibt es berufsbezogene Netzwerke von Ärztinnen, Juristinnen oder Ingenieurinnen. Diese helfen besonders Frauen in männerdominierten Branchen dabei, Karriere zu machen und trotzdem nicht allein zu sein.

Porträts von Karrierefrauen

 

(frauennrw.de, 14.09.2010)

 

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