Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen
  1. Frauen NRW

Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung NRW

Universität Duisburg-Essen
Dr. Beate Kortendiek
Berliner Platz 6-8
45117 Essen
Tel.: 0201 / 183-6134
Fax: 0201 / 183-2118
beate.kortendiek@netzwerk-fgf.nrw.de
www.netzwerk-fgf.nrw.de

Art der Einrichtung: Dachorganisation / Landesarbeitsgemeinschaft

Schwerpunkte

Vernetzung, Förderung und Weiterentwicklung der Frauen- und Geschlechterforschung an nordrhein-westfälischen Hochschulen

Wir über uns

Das Netzwerk Frauenforschung wurde 1986 mit der Einrichtung einer vom Wissenschaftsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen zusätzlich finanzierten Professur für "Frauengeschichte" an der Universität Bonn begründet. Voran gegangen war eine mehrjährige Lobbyarbeit von Frauen aus Frauenbewegung und Frauenforschung, die sich 1980 zum "Arbeitskreis Wissenschaftlerinnen NRW" zusammen geschlossen hatten und mit vielen, phantasievollen und kämpferischen Aktionen die Beteiligung von Frauen in Wissenschaft und Hochschule einforderten. Das Netzwerk Frauenforschung NRW ist also das Produkt einer (erfolgreichen) politischen Bewegung und deren Kritik an der Geschlechterhierarchie und der Vernachlässigung der Beiträge von Frauen in Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft.

Nach der Einrichtung der ersten Netzwerkprofessur wuchs das Netzwerk zum einen durch knapp 40 neu geschaffene, der Frauenforschung in unterschiedlichen Disziplinen gewidmete Netzwerkprofessuren, zum anderen durch den Beitritt von Wissenschaftlerinnen, die sich auf "normalen" Professuren der Frauen- und Geschlechterforschung in ihrem jeweiligen Fach widmen (assoziierte Professuren) sowie durch den Beitritt von wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen (Mittelbau) mit einem Arbeitsschwerpunkt in der Frauen- und Geschlechterforschung.

Die beteiligten Wissenschaftlerinnen eint ein Arbeitsschwerpunkt in der Frauen- und Geschlechterforschung, sie unterscheiden sich jedoch in der disziplinären Verortung, die (fast) das gesamte Feld der wissenschaftlichen Disziplinen umspannt. Beteiligt sind Wissenschaftlerinnen:

  • aus den Sozial-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften (Soziologie, Soziale Arbeit, Politikwissenschaft, Ethnologie, Betriebswirtschaftslehre, Arbeitswissenschaft, Pädagogik, Recht)
  • aus den Geistes- und Kulturwissenschaften (Philosophie, Theologie, Geschichte, Kunst- und Kulturgeschichte, Literaturwissenschaft, Romanistik, Japanologie, Medienwissenschaft, Journalismus, Musikwissenschaft, Tanzwissenschaft, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften, Design)
  • aus den Humanwissenschaften (Medizin, Psychologie, Gesundheits-, Rehabilitations- und Sportwissenschaft)
  • sowie aus den Ingenieurwissenschaften (Architektur, Bauingenieurwesen, Stadtplanung, Raumplanung, Maschinenbau).


Das breite interdisziplinäre Spektrum bringt dem Netzwerk zahlreiche theoretisch und methodisch vielfältige Perspektiven aus der Frauen- und Geschlechterforschung in Praxis, Hochschule und Wissenschaft ein und trägt zur Innovation und Weiterführung der jeweiligen Fachwissenschaft bei.

Seit 1986 wird das Netzwerk durch eine Koordinationsstelle, die an der Universität Dortmund angesiedelt ist, koordiniert. Über diese Koordinationsstelle werden die Aktivitäten der Frauenforschungsprofessuren mit dem Ziel verknüpft, den interdisziplinären Austausch sowie die Verankerung und Vernetzung der Frauen- und Geschlechterforschung in Hochschule und Wissenschaft zu fördern. Die Koordinationsstelle veranstaltet wissenschaftliche Tagungen und hochschulpolitische Workshops, nimmt zu hochschulpolitischen Fragen Stellung und unterstützt die Entwicklung interdisziplinärer Kooperationsprojekte. Darüber hinaus gibt die Koordinationsstelle ein umfassendes "Handbuch Frauen- und Geschlechterforschung" mit Beiträgen zu 90 Stichworten aus Theorie, Methoden und Empirie heraus.

Seine besondere Bedeutung erhält das dezentrale Netzwerk Frauenforschung NRW durch seine Kooperationsprojekte, in denen hochschulübergreifend interdisziplinär geforscht wird. Zu den wichtigsten Projekten des Netzwerks zählen die "Marie-Jahoda-Gastprofessur für Internationale Frauenforschung" das "Essener Kolleg für Geschlechterforschung", die Buchreihe "Geschlecht & Gesellschaft" sowie das zweimal jährlich erscheinende "Journal Netzwerk Frauenforschung NRW".

 

Ansprechpersonen

Downloads

Journal Nr. 29 des Netzwerks Frauen- und Geschlechterforschung NRW

Im letzten Journal des Jahres 2011 liegt der Schwerpunkt auf dem Themenfeld „Fachkultur und Vergeschlechtlichung“ und dem hierzu stattgefundenen Interdisziplinären Workshop am 9.9.2011 an der Universität Duisburg-Essen. Auch das 25-Jährige Jubiläum des Netzwerks Frauenforschung NRW wird in diesem Heft thematisiert. Besonders der generationen-übergreifende Dialog zwischen der amtierenden Wissenschaftsministerin Svenja Schulze und der ehemaligen Wissenschaftsministerin Anke Brunn (siehe Cover) und der Tagungsbericht zu „Gender & Art – Selbstkonzepte in den Künsten“ sind hervorzuheben. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen!

Netzwerk Frauenforschung NRW - Journal Nr. 27/2010

Broschüren

Bologna and Beyond: Perspectives on Gender and Gender Studies

Currently, the national tertiary education facilities are restructuring themselves as part of the so-called "Bologna-Process". This development, which is based on a legally non-binding agreement between the European education ministers, currently involves 45 countries working towards a standardized European higher education system.
Just as demands for gender equity and the embedding of Gender Studies present a particular challenge to this course of action, it also contains opportunities and risks with regards to gender aspects:
By actively designing the Bologna Process, gender equitable teaching and studying can be established, thus modernizing universities and academia. In contrast, ignoring gender aspects will reaffirm and stabilize the traditional, unequal gender relationships. According to an experience based thesis, gender equity has never been occurred or further developed without specific concepts and measures being in place. Furthermore, since the Bologna Process has triggered a discussion about the organisation, content and curricula of Womens's and Gender Studies, it plays a significant role in how they will be further developed and established. In this bulletin to this process related issues are addressed through two keys focuses discusssed at the 5th European Conference on Gender Equality in Higher Education at Humboldt-Universität zu Berlin in August 2007:
Firstly, how are gender equity and Gender Studies effected by the Bologna Process. Secondly, how does the Bologna Process and the European Union's gender mainstreaming policies impact course content and the professional perspectives of Gender Studies graduata.

The publication is funded by the German Federal Ministry of Education and Research (BMBF).
Die Publikation ist bei der Koordinationsstelle des Netzwerks erhältlich.

Zeitraum:
Anbieterin: Grenz, Sabine; Jähnert, Gabriele; Kortendiek, Beate (Eds.)
Link: www.gender.hu-berlin.de

Gender-Report 2010. Geschlechter(un)gerechtigkeit an nordrhein-westfälischen Hochschulen

Das Landesgleichstellungsgesetz (LGG), das seit dem 20. November 1999 in Kraft ist, bildet die gesetzliche Grundlage für die Gleichstellungsaktivitäten an Hochschulen in NRW. Seit der Einführung des LGG ist es zweimal evaluiert worden. Bei dem Bericht aus dem Jahr 2008 handelt es sich um die letzte Evaluation für den Bereich der Hochschulen, da diese mit dem Inkrafttreten des Hochschulfreiheitsgesetzes (01.01.2007) Körperschaften des Öffentlichen Rechts in Trägerschaft des Landes mit eigener Dienstherreneigenschaft sind und von daher im Rahmen des LGG-Berichts nicht mehr erfasst werden. Im LGG-Bericht heißt es hierzu: „Das MIWFT wird hier, um dem Informationsre cht des Landtags Rechnung zu tragen, zukünftig in regelmäßigen Abständen durch das Netzwerk Frauenforschung einen Gender-Report zur geschlechtergerechten Hochschule erstellen lassen.“ (MGFFI 2008: 46). Der erste Gender-Report über die nordrhein-westfälischen Hochschulen hat das Ziel, die Entwicklungen an den Hochschulen in Trägerschaft des Landes NRW unter Gleichstellungsaspekten darzustellen. Der differenzierte Gender-Blick auf die nordrhein-westfälischen Hochschulen legt Erfolge ebenso wie Misserfolge offen. So wird bspw. sichtbar, welche Hochschule in vorbildhafter Weise die Leitungsgremien geschlechterparitätisch besetzt hat, welche Hochschule dagegen keine Frauenförderpläne aufstellt und somit gegen öffentliches (Gleichstellungs-)Recht verstößt. Durch diese vergleichende Darstellung und Analyse hoffen wir, die Geschlechtergerechtigkeit der nordrhein-westfälischen Hochschulen insgesamt zu stärken. Eine gleichberechtigte und geschlechterparitätische Teilhabe von Frauen und Männern an Hochschule, Wissenschaft und Forschung ist das gemeinsame Ziel. Dieses Ziel stellt eine große Herausforderung für Politik und Wissenschaft dar. In diesem Prozess ist es notwendig, in regelmäßigen Abständen kritisch Bilanz zu ziehen, um evtl. Anpassungen und Neujustierungen von Instrumenten, Maßnahmen und Regelungen vornehmen zu können.

Stand: 12.12.2011

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