Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen
  1. Frauen NRW

Nordrhein-Westfalen: Immer mehr Frauen und Mütter wollen arbeiten

Doch nicht jede Frau kann ihren Erwerbswunsch verwirklichen

Die Erwerbsorientierung und tatsächliche Erwerbsbeteiligung von Frauen in Nordrhein-Westfalen sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Die höhere Erwerbsbeteiligung ist allerdings im Wesentlichen auf einen wachsenden Anteil an geringfügig beschäftigten Frauen zurückzuführen. Dies geht aus dem Bericht "Frauen zwischen Beruf und Familie. Entwicklungen in Nordrhein-Westfalen 1997-2005" hervor. Im Auftrag des Ministeriums für Generationen, Familie, Frauen und Integration (MGFFI) hat das Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik vor allem Daten des Mikrozensus im Hinblick auf die Qualifikation und Erwerbsbeteiligung von Frauen ausgewertet. Ein weiterer Schwerpunkt der Studie ist die Ausbildungs- und Erwerbssituation von Frauen mit Zuwanderungsgeschichte.

Erwerbstätigkeit von Frauen in NRW

Der Anteil der erwerbstätigen Frauen an allen Frauen im erwerbsfähigen Alter ist in Nordrhein-Westfalen seit 1997 um 6,6 Prozentpunkte auf 55,8 Prozent in 2005 gestiegen. Zwar lag die Erwerbstätigenquote der Männer mit 70,1 Prozent erheblich höher; im Vergleichszeitraum ist sie jedoch um fast einen Prozentpunkt gesunken. Die Arbeitsmarktintegration der Frauen vollzieht sich allerdings zu einem überdurchschnittlich hohen und wachsenden Anteil auf der Basis von Teilzeitarbeit und hier insbesondere geringfügigen Beschäftigungen.

Immer mehr geringfügige Beschäftigung

In Nordrhein-Westfalen sind gut 85 Prozent aller Teilzeiterwerbstätigen Frauen. 2005 ging fast die Hälfte der abhängig erwerbstätigen Frauen (48,7 %) einer Teilzeitarbeit nach. 1997 waren es erst 37,7 Prozent. Unterscheidet man nach der Art des Beschäftigungsverhältnisses, so hat sich die Verbreitung der regulären Teilzeitarbeitsverhältnisse bei den Frauen kaum verändert (1997 und 2005 rund 29 %). Dagegen ist der Anteil der geringfügig Beschäftigten von 1997 bis 2005 von 8,9 auf 19,4 Prozent deutlich gestiegen und der Anteil der vollzeiterwerbstätigen Frauen von 62 auf 51 Prozent gesunken.

Gleiche Entwicklungen auf Bundesebene

Diese Entwicklung ist allerdings nicht NRW-spezifisch. Ähnliche Zahlen ergeben sich nach dem Bericht zur "Situation von Frauen und Männern auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt" der Bundesagentur für Arbeit vom Herbst 2007 auch auf Bundesebene. 84 Prozent der 4,53 Millionen Teilzeitbeschäftigten in Deutschland waren im Juni 2006 weiblich. Und bei den 4,85 Millionen Menschen, die ausschließlich geringfügig beschäftigt sind, machte der Frauenanteil 2006 zwei Drittel aus.

Erwerbsneigung und -tätigkeit von Müttern

Die nordrhein-westfälische Studie lässt auch einen Blick auf die Erwerbsneigung und -tätigkeit von Müttern zu. Danach wünschen sich zunehmend weniger Mütter, ausschließlich für Haushalt und Kinder zuständig zu sein. 1997 waren es noch 37,7 Prozent der 30- bis unter 50-jährigen Mütter, 2005 galt dies nur noch für 25 Prozent. Tatsächlich ist auch die Erwerbstätigenquote bei Müttern in der Lebensmitte deutlich angestiegen, von 51 Prozent in 1997 auf knapp 60 Prozent in 2005. Immerhin jede fünfte Mutter konnte ihren Erwerbswunsch allerdings nicht verwirklichen, zum einen, weil es für sie zu wenig attraktive Teilzeitangebote gab, zum anderen wegen fehlender Betreuungsmöglichkeiten für die Kinder.

Teilzeit - Vollzeit

Auf der anderen Seite hat die Studie ergeben, dass in den vergangenen vier Jahren zunehmend mehr Frauen teilzeiterwerbstätig waren, weil sie keine Vollzeitstelle gefunden haben. 2001 gaben knapp sechs Prozent der Frauen an, unfreiwillig Teilzeit zu arbeiten, 2005 waren es bereits knapp 13 Prozent. Der Anteil der erwerbstätigen Frauen, die unterbeschäftigt sind, weil trotz Vollzeitwunsch nur eine Teilzeittätigkeit realisiert werden konnte, hat sich damit von 2001 bis 2005 mehr als verdoppelt.

Weiterführende Links

(frauennrw.de, 20.02.2008)

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