Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen
  1. Frauen NRW

Örtliche Runde Tische gegen häusliche Gewalt

Minister Armin Laschet: "Schwerpunkt liegt in diesem Jahr bei Projekten für zugewanderte Frauen"

Presseinformation vom 25.02.2008

Das Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration teilt mit:

"Opfer häuslicher Gewalt brauchen schnelle Hilfe und Unterstützung in einer extrem schwierigen Lebenssituation. Bei unseren bewährten Maßnahmen zur Bekämpfung häuslicher Gewalt müssen wir noch stärker als bisher den Blick auf die besonderen Problemlagen von Frauen mit Zuwanderungsgeschichte richten. Deshalb fördern wir in diesem Jahr vorrangig Projekte zum Thema Bekämpfung häuslicher Gewalt gegen zugewanderte Frauen", sagte Frauen- und Integrationsminister Armin Laschet heute (25. Februar 2008) in Düsseldorf. Für die Runden Tische, die sich in diesem Jahr dem Schwerpunktthema zugewanderte Frauen widmen, stellt das Land mindestens 150.000 Euro zur Verfügung.

Die Untersuchung des Bundesfrauenministeriums zur "Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland" hat ergeben, dass es weitere besonders belastende Faktoren für Frauen mit Zuwanderungsgeschichte, die Gewalt durch ihren Partner erfahren, gibt. Ihre Problemlage wird zum Beispiel durch geringe Außenkontakte, Isolierung durch den Familienverbund im Falle der Trennung oder oft auch Sprachprobleme verschärft. Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass zugewanderte Frauen bislang von den Angeboten der Frauenhilfeeinrichtungen weniger erreicht worden sind.

Laschet: "Schnelle Hilfe und Beratung können dort viel besser geleistet werden, wo alle an einem Strang ziehen. Deshalb unterstützt die Landesregierung schon seit Jahren die Arbeit der Runden Tische gegen häusliche Gewalt. Die flächendeckend gegründeten Runden Tische haben mit erheblichem Einsatz der Beteiligten wesentlich zu einer Verbesserung der Hilfestrukturen vor Ort beigetragen."

"Durch die zahlreich durchgeführten Projekte haben die Runden Tische viele Menschen erreicht, auf das Problem der häuslichen Gewalt aufmerksam gemacht und über Hilfeangebote informiert. Ich bin sicher, dass nun viele Kooperationen von der Möglichkeit Gebrauch machen werden, auch spezielle Angebote zur Verbesserung der Hilfen für von häuslicher Gewalt betroffene Frauen mit Zuwanderungsgeschichte zu entwickeln und umzusetzen", so der Minister.

An den Runden Tischen arbeiten unter anderem kommunale Gleichstellungsbeauftragte, Vertreterinnen und Vertreter der Frauenhilfeeinrichtungen, der Jugendhilfe, des Gesundheitswesens, der Polizei und der Justiz zusammen, um durch schnelle Kommunikation zwischen den beteiligten Institutionen den Betroffenen gezielte Hilfeangebote unterbreiten zu können.

Seit dem Jahr 2003 hat die Landesregierung mehr als 500 Projekte von circa 50 regionalen Kooperationen mit insgesamt rund 1,3 Millionen Euro finanziell unterstützt. Gefördert wurden unter anderem Fachtagungen, Workshops, Fortbildungen, Broschüren und Plakate zu Themen wie Zwangsheirat, häusliche Gewalt und Gesundheit, Kinder und häusliche Gewalt sowie Stalking.

Im Jahr 2006 ist die Polizei in Nordrhein-Westfalen 19.348-mal wegen häuslicher Gewalt zu Hilfe gerufen worden. In 8.383 Fällen wurde der Täter aus der gemeinsamen Wohnung verwiesen. 7.440 Betroffene vermittelte die Polizei an eine Beratungsstelle. Nordrhein-Westfalen verfügt mit 48 Frauen-Notrufen für Opfer sexualisierter Gewalt, 55 allgemeinen Frauenberatungsstellen und 62 Frauenhäusern über ein flächendeckendes Angebot von Hilfeeinrichtungen für von häuslicher Gewalt betroffene Frauen.

Die Fördergrundsätze und das Antragsformular sind im Internet unter www.mgffi.nrw.de erhältlich

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