Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen
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Polizeiliche Kriminalstatistik: Frauen sind vor allem von Sexualisierter Gewalt und Stalking betroffen

Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen hat Zahlen für 2007 vorgelegt

Im Jahr 2007 erfasste die Polizei insgesamt mehr Männer als Opfer von Straftaten (Anteil weiblicher Opfer rund 43 %). In den Straftatkategorien 'sexualisierte Gewalt' und 'Stalking' sind die Opfer allerdings nach wie vor überwiegend weiblich (über 80 %). Dies geht aus der polizeilichen Kriminalstatistik 2007 (PKS) hervor, die das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen jetzt veröffentlicht hat. Die PKS enthält umfangreiche Angaben über die der Polizei bekannt gewordenen Straftaten und Daten zu ermittelten Tatverdächtigen und Opfern. Die Gesamtanzahl der Straftaten in Nordrhein-Westfalen blieb 2007 mit 1.495.333 gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert (plus 0,2 Prozent).

Weniger Opfer sexualisierter Gewalt

Mit 1.644 Vergewaltigungen oder Fällen besonders schwerer sexueller Nötigung wurden neun Fälle weniger als im Vorjahr angezeigt. In 1.566 Fällen waren die Opfer Frauen. Auch die Zahl der Anzeigen von sexuellem Missbrauch von Mädchen und Jungen nahm erneut ab (um 2,6 %). Dies ist die geringste Zahl von registrierten Missbrauchstaten seit über 20 Jahren. Zwar verzeichnete die Polizei im vergangenen Jahr insgesamt rund 10 Prozent mehr Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung als noch 2006. Dieser Anstieg geht jedoch auf die Zunahme von Verbreitung und Besitz pornografischer Erzeugnisse zurück (über 63%).

In rund 78 Prozent der Fälle von Vergewaltigungen und sexueller Nötigung hatten Opfer und Tatverdächtige zumindest eine flüchtige Vorbeziehung. Die Aufklärungsquote von Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung lag 2007 bei 81 Prozent.

Besserer Schutz für Stalking-Opfer

Am 31. März 2007 ist das sogenannte "Stalking-Gesetz" in Kraft getreten. Mit diesem Gesetz wurde der neue Straftatbestand "Nachstellung" in § 238 des Strafgesetzbuches (StGB) eingeführt, um Stalking-Opfern strafrechtlich einen besseren Schutz zu bieten. Rund 83 Prozent der 4.617 nach dem neuen Straftatbestand registrierten Stalking-Opfer waren Frauen. Die Täter stammten meist aus dem nahen sozialen Umfeld der Opfer, zum Beispiel der Ex-Freund oder der getrennt lebende Ehemann. Die Aufklärungsquote lag hier bei über 88 Prozent.

Gewaltkriminalität vor allem männlich

Die Gewaltkriminalität stieg im Jahr 2007 um ein knappes Prozent auf 53.420 Taten an und setzt damit einen Trend fort. Der Anteil der weiblichen Tatverdächtigen erhöhte sich zwar seit 1998 von 12 Prozent auf knapp über 14 Prozent, doch der überwiegende Anteil der Tatverdächtigen ist nach wie vor männlich (knapp 86 %).

Immer häufiger spielt gerade bei Gewalttaten verübenden jungen Männern Alkohol eine Rolle. So haben sich Gewalttaten, die von Jugendlichen und Heranwachsenden unter Alkoholeinfluss begangen wurden, in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt.

Weiterführende Links:

(frauennrw.de, 26.03.2008)

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