10. Emma-JournalistInnenpreis verliehen
In der nordrhein-westfälischen Landesvertretung in Berlin ist am 26. Mai der zehnte Emma-JournalistInnenpreis vergeben worden. Neben den Preisträgerinnen und Preisträgern standen vor allem deren ausgezeichnete Texte im Fokus. Die Schauspielerinnen Anna Thalbach und Eva Meckbach lasen Auszüge aus den Printbeiträgen, in denen es um die Perspektivlosigkeit von ostdeutschen Frauen nach der Wende, um Zeitzeuginnen des zweiten Weltkriegs, Zwangsverheiratung von Kindern oder die Model-Industrie geht. Und so gingen die prämierten Texte erst richtig unter die Haut.
Ziel des JournalistInnenpreises ist es, der strukturellen Benachteiligung von Frauen in einem traditionell männlichen Beruf bestärkend entgegen zu wirken. "Für die Qualität und die Ausgewogenheit der Berichterstattung ist es wichtig, die Welt nicht allein mit männlichen Augen zu sehen", sagte die Staatssekretärin im nordrhein-westfälischen Frauenministerium, Dr. Marion Gierden-Jülich, bei der Preisverleihung. Daher unterstützt das Frauenministerium den Emma-JournalistInnenpreis und stellt seit 1992 die Preisgelder.
Seit 2002 werden im Rahmen des Emma-JournalistInnenpreises auch Männer für ihr geschlechterbewusstes Schreiben ausgezeichnet. Und zunehmend mehr Journalisten reichen Beiträge ein. Der Schauspieler Ulrich Hoppe las aus den preisgekrönten Beiträgen, in denen die Gerichtsverhandlung über einen geplanten Ehrenmord, Zwangsprostitution und Menschenhandel sowie die Utopie eines G8-Gipfels mit ausschließlich weiblichen Staatschefinnen thematisiert werden.
Die Jury, der 2008 neben Alice Schwarzer unter anderem die "heute"-Moderatorin Marietta Slomka, die Publizistin Necla Kelek sowie die "Zeit"-Reporterin Susanne Gaschke angehörten, wählte unter den 302 eingereichten Beiträgen folgende Preisträgerinnen und Preisträger aus:
1. Preis:
Renate Meinhof, "Alles bleibt anders", Süddeutsche Zeitung
2. Preis:
Barbara Hardinghaus, "Der Jahrhundertmensch", Der Spiegel
Drei 3. Preise:
1. Christiane Kohl, "Eingeholt vom alten Schrecken", Süddeutsche Zeitung
2. Susanne Krieg, "Braut wider Willen", Geo
3. Sonja Banze, "Die Ding-Dynastie", Park Avenue
Männerpreis
Mario Kaiser, "Die Freiheit der anderen", Der Spiegel
Florian Klenk, "Die nackte Gewalt", Die Zeit
Dirk Kurbjuweit, "Die Frauenrepublik", Der Spiegel
Bereits zum zweiten Mal wurde ein Förderpreis an eine Nachwuchsjournalistin verliehen. Geehrt wurde die 20-jährige Pia Döhler für ihre Serie "Rollentausch - Frauen in Männerberufen" in der Neuen Presse Coburg. Einen Sonderpreis erhielt Susanne Schneider für ihren Beitrag "Hurra, ich lebe noch!" im Magazin der Süddeutschen Zeitung.
(frauennrw.de, 28.05.2008)