Pressemitteilung vom 10.06.2008
"Frauen sind mehr wert. Dies gilt in Zeiten des Fachkräftemangels und des demografischen Wandels mehr denn je. Denn Unternehmen, die auf Chancengleichheit und Familienfreundlichkeit setzen, werden belohnt durch motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dazu gehört natürlich auch, Frauen und Männern den gleichen Lohn zu zahlen", sagte Frauenminister Armin Laschet heute (10. Juni 2008) mit Blick auf die jetzt veröffentlichten europaweiten Vergleichszahlen zur Frauenarbeit.
"In Deutschland ist der Gehaltsunterschied zwischen vollzeit-erwerbstätigen Männern und Frauen mit 22 Prozent deutlich größer als im europäischen Durchschnitt (15 Prozent). Obwohl immer mehr Frauen erwerbstätig sind und ihre berufliche Qualifikation stetig steigt, ändert sich an dem Gehaltsgefälle wenig", so Dr. Patricia Aden, Vorsitzende des FrauenRates NW.
Die Ursachen für die Lohndifferenz zwischen Frauen und Männern sind vielfältig:
Minister Laschet: "Diese Daten zeigen: Wenn man die Einkommensdifferenz zwischen Männern und Frauen aufheben will, müssen viele Hebel gleichzeitig in Bewegung gesetzt werden. Die Frauenpolitik in Nordrhein-Westfalen mit ihren Maßnahmen zur Förderung von Frauen in Führungspositionen, zur Erweiterung des Berufsspektrums von Mädchen und Frauen und zur Wiedereingliederung nach einer Familienphase sind der richtige Weg. Und der Ausbau der Kinderbetreuung in Nordrhein-Westfalen, vor allem auch für die unter Dreijährigen, ermöglicht es Müttern, kontinuierlich erwerbstätig zu sein und so ihren Lohnabstand zu den männlichen Kollegen zu verringern".
Es wäre aber falsch, so Minister Laschet weiter, die Einkommensdifferenzen nur auf strukturelle Faktoren zurückzuführen. Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) hat kürzlich das Einkommen von vollzeiterwerbstätigen Männern und Frauen, die dieselbe Qualifikation aufweisen und in denselben Branchen tätig sind, verglichen und festgestellt, dass sich auch dann noch ein Einkommensabstand von zwölf Prozent ergibt.
Patricia Aden: "Dieser Vergleich zeigt, dass nicht nur die Unterschiede im Erwerbsverhalten von Männern und Frauen ursächlich sind für diegeringeren Einkommen der Frauen. Hier spielen offensichtlich auch Ungerechtigkeiten und Benachteiligungen eine Rolle. Dies muss sich ändern, und hier sind vor allem die Tarifvertragsparteien gefordert".
Der FrauenRat NW ist ein Zusammenschluss und ein Netzwerk von rund 70 Frauenverbänden und Frauengruppen gemischter Verbände und vertritt rund vier Millionen Frauen (www.frauenrat-nw.de).