Anteil der Mädchen bei den Jugendfeuerwehren liegt inzwischen bei 20 Prozent
Bundesweit sind über 75.000 Frauen ehrenamtlich bei den Freiwilligen Feuerwehren engagiert. Bei über einer Million Mitgliedern beträgt der Frauenanteil derzeit gut 7 Prozent. Weil mehr Frauen und Mädchen dauerhaft für diese Form des bürgerlichen Engagements gewonnen werden sollen, hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) im Rahmen des Programms "Generationsübergreifende Freiwilligendienste" das Projekt "Frauen und Mädchen bei der Feuerwehr" gefördert. Der Deutsche Feuerwehrverband hat jetzt die Ergebnisse der Praxisstudie vorgelegt.
Die Studie ergab, dass in den neuen Bundesländern schon deutlich mehr Frauen den freiwilligen Dienst bei der Feuerwehr antreten. Hier liegt der Frauenanteil bei rund 11 Prozent. Im Osten wie im Westen engagieren sich besonders Mädchen junge Frauen. In den Jugendfeuerwehren liegt ihr Anteil bei 20 Prozent.
Dabei gehen Frauen und Mädchen aus ganz unterschiedlichen Beweggründen zur Feuerwehr. Einige gaben im Abschlussbericht an, einfach "helfen zu wollen", andere berichteten von ihrer großen Begeisterung für die Feuerwehr, von ihrem Interesse an Technik oder am Zusammenhalt in der "Feuerwehr-Familie".
Bis heute sind die Feuerwehren stark männlich dominiert, oft herrschen starre hierarchische Strukturen vor. Für Frauen und Mädchen sind diese nicht immer leicht zu überwinden. Die Feuerwehrfrauen berichteten daher auch, es sei vor allem schwierig Veränderungen in der Organisation umzusetzen. Kommunikation und die Entwicklung sozialer Fähigkeiten gehören derzeit auch nicht zur Ausbildung zu einem Feuerwehrmann oder einer Feuerwehrfrau. Sie beschränkt sich auf das Fachliche.
In der Praxisstudie wurden verschiedene Leitlinien entwickelt, durch die Frauen bei den Feuerwehren stärker in Erscheinung treten können. Mit den Leitlinien soll zudem eine Kultur der Anerkennung und Kooperation durchgesetzt sowie eine bessere Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Ehrenamt erreicht werden.
Insgesamt fällt bei den Ergebnissen der Studie auf, dass die Trennung der Geschlechter im Ehrenamt entlang derselben Linie wie im Erwerbsleben verläuft. Aus diesem Grund bieten die Ergebnisse auch eine gute Grundlage für die Einleitung ähnlicher Veränderungsprozesse in anderen Organisationen, sei es im freiwilligen oder im professionellen Bereich.
(frauennrw.de, 20.08.2007)