Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen
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Ilse Ridder-Melchers erhält für ihr Engagement für Frauen den Landesverdienstorden

Ehemalige Gleichstellungsministerin bis heute frauenpolitisch aktiv

Ilse Ridder-Melchers ist am 20. August mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet worden. Ministerpräsident Jürgen Rüttgers hat damit die Lebensleistung der ehemaligen nordrhein-westfälischen Gleichstellungsministerin und ihren Einsatz für die Menschen, insbesondere für die Frauen gewürdigt. "Beharrlich, durchsetzungsstark und mit großem diplomatischen Geschick kämpft sie seit vielen Jahren in Politik und Gesellschaft für die Belange der Frauen", hieß es in der Laudatio. Sie habe Vorurteile ausgeräumt, Widerstände beseitigt und einem Thema das Feld bereitet, das lange belächelt wurde.

Politische Stationen

Geboren wird Ilse Ridder-Melchers 1944 in Hindenburg/Oberschlesien (heute Zabrze). Nach ihrer Übersiedlung in den Westen tritt sie mit 22 Jahren der SPD bei und übernimmt hier 1982 die Funktion der Landesvorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF). Von 1977 bis 2005 sitzt sie mit wenigen Unterbrechungen im nordrhein-westfälischen Landtag. In der Regierungszeit von Ministerpräsident Johannes Rau wird sie zunächst Parlamentarische Staatssekretärin und von 1990 bis 1998 Ministerin für die Gleichstellung von Frau und Mann. Seit 2000 setzt sie sich für die Belange von Frauen im Sport ein, zunächst im Deutschen Turnerbund und ab 2002 im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB).

Pionierarbeit bei der Institutionalisierung von Frauenpolitik

Ilse Ridder-Melchers hat sich auf ganz unterschiedlichen Feldern um die Gleichberechtigung verdient gemacht und musste dabei meistens Pionierarbeit leisten. Nordrhein-Westfalen ist das erste Land, das 1984 die Gleichstellung als kommunale Aufgabe in der Gemeindeordnung verankert. Den Weg dahin hat Ilse Ridder-Melchers mit ihrem Engagement für den Aufbau einer institutionalisierten Frauenpolitik auf kommunaler und auf Landesebene bereitet. Ein wichtiges Anliegen war ihr eine eigenständige Existenzsicherung von Frauen, und so hat sie die Frauenförderung im Erwerbsleben vorangetrieben. Mit der sogenannten "leistungsbezogenen Quotierungsregelung", die bereits 1989 mit dem Frauenförderungsgesetz eingeführt wurde, hat sie frauenpolitische Rechtsgeschichte geschrieben. 1997 hat der Europäische Gerichtshof diese Regelung mit europäischem Recht für vereinbar erklärt. Die Gewalt gegen Frauen hat Ridder-Melchers mit der Einrichtung eines dichten Netzes von Frauenhäusern, Frauenberatungseinrichtungen und Notrufen in Nordrhein-Westfalen bekämpft.

Als Vizepräsidentin für Frauen und Gleichstellung ist Ilse Ridder-Melchers derzeit Mitglied des Präsidiums des DOSB und setzt sich dort für Gender Mainstreaming und Chancengleichheit von Frauen im Sport ein.

(frauennrw.de, 26.08.2008)

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