Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen
  1. Frauen NRW

Künstlerinnenpreis 2008

Minister Armin Laschet zeichnet die Choreographinnen Henrietta Horn und Gudrun Lange aus

Pressemitteilung vom 28.08.2008

Die Staatskanzlei und das Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration teilen mit:

Minister Armin Laschet überreicht heute Abend (28. August 2008) im Rahmen der Internationalen Tanzmesse NRW im Capitol Theater Düsseldorf den Künstlerinnenpreis Nordrhein-Westfalen. Den mit 10.000 Euro dotierten Hauptpreis erhält Henrietta Horn, der mit 5.000 Euro dotierte Förderpreis geht an Gudrun Lange. Der Preis wird in diesem Jahr zum 13. Mal vergeben.

"In der Sparte Tanz sind Frauen zwar insgesamt gut vertreten und auch die künstlerische Qualität und das Potenzial sind vorhanden. Dennoch haben es Frauen schwer, als Choreographinnen auf der Leitungsebene Fuß zu fassen, besonders bei den zwölf städtischen Tanztheatern. Hier gibt es nur zwei künstlerische Leiterinnen, Pina Bausch in Wuppertal und Amanda Miller in Köln. Mit dem Künstlerinnenpreis wollen wir deshalb die bemerkenswerte Arbeit von Choreographinnen dokumentieren und ins Licht der Öffentlichkeit stellen", erklärte Minister Laschet. Tänzerinnen und Choreographinnen dabei zu unterstützen, ihre Potenziale optimal einzusetzen und zur Geltung zu bringen, sei auch im Sinne einer qualitätvollen Arbeit.

Kultur-Staatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff sagte: "Mit ihrer Arbeit setzt Henrietta Horn die Tanztradition Nordrhein-Westfalens mit seinen Hauptrepräsentanten Kurt Jooss, Susanne Linke und Pina Bausch erfolgreich fort. Bereits über lange Jahre hinweg hat Henrietta Horn die Tanzszene im Land entscheidend geprägt. Gudrun Langes bisherige Produktionen zeigen ein enormes kreatives Potenzial und weisen in neue Richtungen. Dabei eint beide eine große Freude am Experiment." Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff äußerte zugleich sein Bedauern, dass Henrietta Horn ihre Zeit als künstlerische Leiterin des Folkwang Tanzstudios beende.

Der vom nordrhein-westfälischen Frauenministerium und von der Kulturabteilung der Staatskanzlei gemeinsam geförderte Künstlerinnenpreis wird jedes Jahr in einer anderen Kunstsparte vergeben, der Hauptpreis für das Gesamtwerk einer Künstlerin sowie der Förderpreis zur Ermutigung einer Nachwuchskraft.

Die beiden diesjährigen Preisträgerinnen wurden von einer Fachjury unter dem Vorsitz von Wanda Puvogel (Schweiz) unter 38 Bewerbungen ausgewählt. Die Jury zeigte sich bei beiden Künstlerinnen von deren unbedingten Willen zur Qualität, ihrer Originalität, die jeweils den eigenen Stil erkennbar macht, sowie von ihrer Vielseitigkeit überzeugt, die nicht in der Beliebigkeit mündet.

Mit Henrietta Horn wird eine Künstlerin geehrt, die "unbeeindruckt von allen Modetrends und Extremen des aktuellen Tanzspektrums beharrlich auf der Suche nach einer eigenen Körpersprache für den zeitgenössischen Tanz ist", so die Jury. Ihr Oeuvre ist breit angelegt. Von 1999 an leitete sie die Geschicke des Folkwang-Tanzstudios, dem sie ein prägnantes Gesicht verlieh und zu internationalem Renommee verhalf. Erst vor wenigen Tagen hat sie sich von dort verabschiedet.

Zu Gudrun Lange heißt es in der Begründung der Jury:
"Die Choreographin hat innerhalb weniger Jahre mit einer Reihe von Stücken gezeigt, dass sie mit klugen Konzepten und großer Experimentierfreude Produktionen entwickeln kann, die in neue Richtungen weisen. Dabei gelingt es ihr, eigenwillige Werke zu konzipieren, die sich dem Zuschauer dennoch von selbst erschließen. Gleichzeitig bricht Gudrun Lange bewusst - und ohne dabei an Qualität zu verlieren - mit dem gängigen Tänzer- und Körperbild und eröffnet dem Publikum neue Sichten auf Tanzkunst."

Am 14. September 2008 werden die beiden Preisträgerinnen im Kulturzentrum Fabrik Heeder in Krefeld zu sehen sein. Henrietta Horn mit dem Stück "Solo" und Gudrun Lange mit dem Stück "FERNSEHABEND".

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.frauenkulturbuero-nrw.de .

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