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EU-Parlament verabschiedet Beschlüsse zur Gleichstellung

Wirksamere Maßnahmen in den Bereichen Gewalt, Arbeitsmarkt und Werbung gefordert

Anfang September hat das Europäische Parlament zwei Beschlüsse zum Thema Gleichstellung verabschiedet. Im Beschluss "Gleichstellung von Frauen und Männern - 2008" listet das Parlament konkrete Problemanalysen zu allen in der EU bisher verhandelten gleichstellungspolitischen Themen auf: von den verschiedenen Facetten der Gewalt gegen Frauen, über die Situation von Frauen auf dem Arbeitsmarkt bis hin zur Aufteilung der Aufgaben in Familie und Haushalt. Das Parlament konstatiert in allen Bereichen nur geringe Fortschritte und drängt auf wirksamere Maßnahmen.

Geschlechtergerechte Umsetzung der Lissabon-Strategie soll geprüft werden

In seinem Beschluss begrüßt das EU-Parlament den jüngsten Gleichstellungsbericht der Kommission (vom 23. Januar 2008) und zeigt sich besorgt über die fortbestehende Ungleichheit von Frauen und Männern auf dem europäischen Arbeitsmarkt, aber auch über die anhaltende Gewalt gegen Frauen. Die Mitgliedstaaten werden aufgefordert, wirksamere Maßnahmen zu beschließen und zum Beispiel das Übereinkommen des Europarates zur Bekämpfung des Menschenhandels zügig zu ratifizieren. Vor dem Hintergrund der Lissabon-Ziele, die unter anderem besagen, dass wirtschaftliches Wachstum nur durch vollständige Nutzung des Potenzials von Frauen am Arbeitsmarkt erreicht werden kann, werden die Kommission und die Mitgliedstaaten dazu aufgefordert, die Wirkung von Gleichstellungspolitik auf dem Arbeitsmarkt mit geschlechterbezogenen Indikatoren zu überprüfen. Nach der Analyse des Parlaments zeichnet sich allerdings schon jetzt ab, dass auch in diesem Bereich - etwa zum Abbau des Lohngefälles - wirksamere Maßnahmen zu beschließen sind.

Werbung ohne Geschlechterklischees

Das Ziel, Geschlechterstereotype in der Werbung zu verringern, verfolgt der Beschluss "Auswirkungen von Marketing und Werbung auf die Gleichstellung von Frauen und Männern". Darin fordert das Europäische Parlament die Kommission und die Mitgliedsstaaten auf, das Geschlechterbild in den Medien und seine Wirkung auf Kinder, Erwachsene und Jugendliche untersuchen zu lassen. In den Mitgliedstaaten sollen Medienüberwachungsgremien eingerichtet werden, die ein besonderes Augenmerk auf die Darstellung von Frauen und Männern haben und Beschwerden entgegennehmen. Die Kommission wird aufgefordert, einen Verhaltenskodex für die Werbebranche zu entwickeln. Eine Erziehung zu einer kompetenten Mediennutzung soll von frühester Kindheit an dafür sorgen, dass sich die Menschen unabhängig von medial geprägten Geschlechterstereotypen individuell entwickeln können.

Weiterführende Links

(frauennrw.de, 06.10.2008)

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