Landesregierung beteiligt sich an der Fahnenaktion "Frei leben - ohne Gewalt"
Pressemitteilung vom 23.11.2008
Der nordrhein-westfälische Frauenminister Armin Laschet ruft alle gesellschaftlichen Gruppen und Einrichtungen dazu auf, jegliche Form von Gewalt an Frauen zu ächten und zu bekämpfen. "Mit unserer Beteiligung an der bundesweiten Fahnenaktion von Terre des Femmes wollen wir ein deutliches Zeichen setzen", erklärte der Minister heute (23. November 2008) anlässlich des am 25. November stattfindenden Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen. Die Fahnen mit dem Aufdruck "Frei leben - ohne Gewalt" sind seit vielen Jahren ein bewährtes Mittel, das Leid vieler Frauen in den Blickpunkt der öffentlichen Wahrnehmung zu rücken.
"Täglich werden Frauen Opfer von Gewalt, zumeist durch ihren eigenen Partner. In dieser extrem schwierigen Lebenssituation benötigen sie schnelle Hilfe und Unterstützung. Deshalb müssen alle Akteurinnen und Akteure vor Ort an einem Strang ziehen. Als sehr effektiv hat sich hier die von uns seit Jahren geförderte Arbeit der örtlichen Runden Tische gegen häusliche Gewalt erwiesen, die mit erheblichem Einsatz der Beteiligten zu einer wesentlichen Verbesserung der regionalen Hilfestrukturen beitragen", so der Minister.
Im Jahr 2007 wurde die Polizei in 20.410 Fällen wegen häuslicher Gewalt zu Hilfe gerufen. 9.664 Mal wurde der Täter der Wohnung verwiesen, 6.977 Opfer wurden von der Polizei an eine Beratungsstelle vermittelt. Diese Zahlen belegen, dass Hilfen für Opfer häuslicher Gewalt weiterhin unverzichtbar sind. Das Land finanziert deshalb 62 Frauenhäuser, 55 allgemeine Frauenberatungsstellen und 48 Fraueninitiativen gegen sexualisierte Gewalt, die betroffenen Frauen mit Rat und Tat zur Seite stehen.
"Frauen mit Zuwanderungsgeschichte, die Gewalt durch ihren Partner erleiden, fällt es besonders schwer, sich mit ihren Sorgen und Nöten an eine Hilfeeinrichtung zu wenden. Manche haben nur wenige Kontakte außerhalb der Familie, andere trauen sich nicht, ihr Leid Fremden zu offenbaren. Wenn sie es schaffen, eine Beratungsstelle oder ein Frauenhaus aufzusuchen, sind Sprachprobleme oft die nächste Hürde. An dieser Stelle setzen wir mit unserer Hilfe an und tragen seit diesem Jahr einen Teil der Dolmetscherkosten unserer landesgeförderten Frauenhilfeeinrichtungen", sagte Laschet.
Daneben finanzierte das Frauenministerium in diesem Jahr Fortbildungen der Mitarbeiterinnen in Frauenhilfeeinrichtungen zur Verbesserung ihrer interkulturellen Kompetenz und stellte die Förderung der Vernetzungsarbeit vor Ort unter die Überschrift "häusliche Gewalt gegen zugewanderte Frauen".
Der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen wird in diesem Jahr zum 23. Mal begangen. Der Tag erinnert an die drei Schwestern Patria, Minerva und Maria Teresa Mirabel, die im Untergrund gegen den Diktator Rafael Trujillo Widerstand leisteten und dafür 1960 durch den Geheimdienst der Dominikanischen Republik getötet wurden. Im Jahr 2001 hat die Menschenrechtsorganisation Terre des Femmes e. V. anlässlich des Gedenktages eine Fahnenaktion ins Leben gerufen. In diesem Jahr steht die Aktion unter dem Motto "Kein Schnitt ins Leben".