Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen
  1. Frauen NRW

Historie des Ruhrgebiets nur mit der Geschichte von Frauen vollständig

Virtuelles Frauengeschichtsprojekt zur Europäischen Ruhrgebiets-Kulturhauptstadt 2010

Wenn im kommenden Jahr das Ruhrgebiet als Europäische Kulturhauptstadt antritt, wird ein ambitioniertes virtuelles Projekt dafür sorgen, dass die Geschichte aller Menschen gezeigt wird. In der klassischen Geschichtsschreibung tauchen häufig viele für bedeutend gehaltene Männer und so gut wie keine Frauen auf. Dabei ist beispielsweise das Machtgefüge der frühmittelalterlichen Ruhrgebiets-Region ohne die Rolle der Äbtissinnen des Frauenstifts Essen kaum zu vermitteln. Das im Aufbau befindliche Internetangebot "Frauen.Ruhr.Geschichte" will frauen- und geschlechtergeschichtliche Angebote bündeln und vergangene sowie aktuelle Frauengeschichte sichtbar machen.

Frauen wollen Geschichtsdarstellung der Ruhrgebietsmetropole mitgestalten

Das Ruhrgebiet erwartet durch die zahlreichen Aktivitäten und kulturellen Ereignisse im kommenden Jahr als Europäische Kulturhauptstadt eine Beschleunigung seines Strukturwandels und der Perspektivierung einer Zukunft. Hierbei, so sind sich die Initiatorinnen von "Frauen.Ruhr.Geschichte" einig, müssen Frauen vor dem Hintergrund ihrer Geschichte mitwirken. Schon die Frauenrechtlerin Louise Otto-Peters mahnte 1848, dass "diejenigen vergessen werden, die an sich selber zu denken vergaßen".

Hilfe bei der touristischen Erkundung der Kulturhauptstadt

Das gemeinsame Projekt des Forums Geschichtskultur an Ruhr und Emscher e. V. sowie des LWL-Industriemuseums für das Kulturhauptstadtjahr 2010 wird vom Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration gefördert. Es ist auch Teil der nordrhein-westfälischen Kunst- und Kulturförderung im Rahmen der regionalen Kulturpolitik - Region Ruhrgebiet. Es will Frauen und ihre Bedeutung für die Entwicklung der Region quer durch alle Jahrhunderte sichtbar machen, aber auch gegenwartsbezogene frauenkulturelle Angebote und Projekte aufzeigen. Zudem bietet es Hilfe bei der touristischen Erkundung der Kulturhauptstadt.

Vier thematische Zugänge geben Einblicke in Frauenleben

Der Internetzugang "Frauen/Region" beschreibt die weibliche Ruhrgebietsgeschichte mithilfe von Frauenbiografien. Die Rubrik "Ruhr/Stadt" zeigt frauen- und geschlechterbezogene Projekte und Angebote und gibt Einblicke in Stadtrundgänge, Ausstellungen, Festivals, Lesungen und mehr. Unter der Überschrift "Geschichte/Metropole" wird das historische Wissen über Frauen und ihre Alltagsgeschichte als unverzichtbar für die allgemeine Geschichtsschreibung vorgestellt. "Aktuell/Vor Ort" listet Veranstaltungen und Termine auf und gibt Anregungen für Entdeckungstouren sowie entsprechende Anfahrtshinweise.

Spannende Überlieferungen gesucht

Um die vier Rubriken fortlaufend mit spannenden Frauenbiografien und frauengeschichtlichem Wissen zu ergänzen, rufen die Initiatorinnen um Projektleiterin Dr. Uta C. Schmidt dazu auf, Hinweise auf frauengeschichtliche Überlieferungen in Museen, Ausstellungen, Initiativen und Archiven an sie weiterzuleiten. Gleichzeitig können über "Frauen.Ruhr.Geschichte" Frauenbiografien oder Publikationen zur Frauen- und Geschlechtergeschichte einer größeren Öffentlichkeit vorgestellt werden. Schmidt hofft zudem, dass durch das Projekt auch in anderen Regionen Nordrhein-Westfalens geschichtsinteressierte Frauen oder private sowie öffentliche Einrichtungen angeregt werden, in ihrem Umfeld Frauen und ihre Geschichte sichtbar zu machen. Kontakt: Dr. Uta C. Schmidt, 0231/9866489 oder utac.schmidt@frauenruhrgeschichte.de

Weiterführende Links:

(frauennrw.de, 04.06.2009)

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