Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen
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Aktuelle Studien über Frauen in MINT-Berufen

Verschiedene Ursachen verantwortlich für bisherige niedrige Frauenquote / Verdienst allerdings besser als in anderen Branchen

In jeder Phase der Schul-, Ausbildungs- und Berufskarriere verringert sich der Anteil der Mädchen und Frauen im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Aktuelle Studien liefern nun neue Hintergründe für die niedrige Frauenquote in den sogenannten MINT-Berufen, belegen aber auch, dass es sich für Frauen durchaus lohnt, in die Männerdomäne einzusteigen.

WZB-Studie: Berufsaussichten eingeschränkt

Aufgrund einer Literaturstudie weisen Wissenschaftlerinnen des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) auf eingeschränkte Berufsaussichten für Frauen in den sogenannten MINT-Berufen hin. In einem Auszug aus der Studie "Doing Gender im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich" mit dem Titel "Wer mehr Ingenieurinnen will, muss bessere Karrierechancen für Frauen in Technikberufen schaffen" machen sie darauf aufmerksam, dass Frauen mit einem abgeschlossenen Studium in MINT-Berufen beim Berufseinstieg auf größere Schwierigkeiten stoßen als Männer. Eine geringere Beschäftigungsquote, schlechte Aufstiegschancen und Probleme bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf führten dazu, dass sich nur wenige junge Frauen für eine Ausbildung oder ein Studium in diesen Bereichen entschieden.

Sie erhielten häufiger nur befristete und zumeist schlechter bezahlte Jobs und seien stärker von Arbeitslosigkeit betroffen. Die Arbeitslosenquote bei Ingenieurinnen liege mehr als doppelt so hoch wie die ihrer männlichen Kollegen. Frauen schnitten auch deutlich schlechter ab, wenn es um Aufstiegschancen und Möglichkeiten einer angemessenen Beschäftigung geht. Während nur 22 Prozent der Männer in den Berufsgruppen Informatik und Ingenieurwissenschaften unterhalb ihres Qualifikationsniveaus beschäftigt seien, sei dies bei fast jeder zweiten Frau der Fall (45 Prozent).

HIS-Studie: Ingenieurinnen verdienen zwar weniger als Ingenieure aber mehr als andere Akademikerinnen

Berufseinstieg und Berufsverlauf in den MINT-Fachrichtungen gestalten sich überwiegend positiv. Nur etwa vier Prozent der Absolventen und Absolventinnen mussten in den ersten fünf Jahren nach dem Studium längere Phasen des Jobbens oder der Arbeitslosigkeit hinnehmen. Zu diesen Ergebnissen kommt die im Mai veröffentlichte Studie "Berufseinmündung und Erwerbstätigkeit in den Ingenieur- und Naturwissenschaften" des Hochschul-Informationssystems (HIS). Aber es zeigten sich auch in dieser Studie Tendenzen zur unterschiedlichen Entlohnung von Männern und Frauen sowie unterschiedliche Chancen, Leitungspositionen zu erreichen. Allerdings ergab der Vergleich der Brutto-Jahreseinkommen von MINT-Absolventinnen (46.400 Euro) mit dem aller Akademikerinnen (etwa 42.000 Euro), dass sich eine technische Berufsorientierung auch für Frauen finanziell lohnt.

Wiedereinstiegsprogramme für Ingenieurinnen

Beide Studien basieren auf Zahlen aus den vergangenen Jahren. In der HIS-Studie wurde beispielsweise der Verbleib der MINT-Absolventinnen und -Absolventen des Jahrgangs 2001 untersucht. Und so zeigt eine andere aktuelle Untersuchung, dass zumindest die Unternehmen, die Ingenieurinnen und Ingenieure einstellen, den besonderen Bedürfnissen und Anforderungen von Frauen entgegenkommen wollen. Die in diesem Jahr durchgeführte Studie des Forschungsinstituts CRF, "TOP Arbeitgeber für Ingenieure", hat ergeben, dass jedes dritte von 34 befragten Unternehmen spezielle Wiedereinstiegsprogramme für Frauen anbietet. Knapp die Hälfte besitzen zudem für ihre Mitarbeiterinnen eigene Vertrauenspersonen und bieten Mentoring für den Berufseinstieg an.

Initiativen der nordrhein-westfälischen Landesregierung

Mit verschiedenen Maßnahmen versucht die nordrhein-westfälische Landesregierung das Interesse von Mädchen und jungen Frauen für technische Ausbildungsgänge und Studienfächer zu wecken und die Kooperation zwischen Schulen, Hochschulen und Unternehmen zu stärken und zu fördern. Zum Beispiel dokumentiert und analysiert eine im Auftrag des nordrhein-westfälischen Frauenministeriums geförderte Untersuchung des Kompetenzzentrums Technik - Diversity - Chancengleichheit von 2007: "Zeit, dass sich was dreht - Technik ist auch weiblich" vorbildliche Projekte. Darauf aufbauend stellen Folgeprojekte den Übergang von der Hochschule in den Beruf in den Blickpunkt. Mit dem Projekt "Mädchen wählen Technik - Berufs- und Lebensplanung für Mädchen unter besonderer Berücksichtigung von technisch orientierten Berufen" sollen Mädchen und junge Frauen schon in der Schule angesprochen werden. Die gemeinsame Initiative von Schul- und Frauenministerium hat in den Jahren 2007 und 2008 in allen Schulformen Projekte angestoßen und gefördert, die Mädchen den Zugang zu technisch-naturwissenschaftlichen Fragestellungen erleichtern. Ein erweitertes Folgeprojekt befindet sich in Vorbereitung.

Weiterführende Links:

(frauennrw.de, 08.06.2009)

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