Rund 45.000 Frauen haben seit 1979 die Frauenbildungs- und Qualifizierungsangebote genutzt
Als das Frauenbildungshaus Zülpich 1979 als "Freizeit- und Kommunikationszentrum für Frauen" von einer Studentinneninitiative der Fachhochschule Köln in Zülpich-Lövenich eröffnet wurde, hat vermutlich keine der Gründerinnen mit so nachhaltigem Erfolg über drei Jahrzehnte gerechnet. Über 48.000 Teilnehmerinnen haben bis heute den zur Tagungsstätte umgebauten Bauernhof in der Voreifel als einen Lernort für Frauen genutzt. Am Samstag, 20. Juni 2009, lädt das Frauenbildungshaus ab 10.30 Uhr mit einem umfangreichen Programm zum Jubiläumsfest und Tag der offenen Tür ein.
Der Werbeslogan der Einrichtung lautet seit der ersten Stunde "ein Ort für Frauen". Dieses Motto zieht sich durch die gesamte Konzeption, erklärt Sigrid Titze, eine der Bildungsreferentinnen. Obwohl das Frauenbildungshaus sich natürlich innerhalb von 30 Jahren verändert und inhaltlich und räumlich den Gegebenheiten des Marktes angepasst hat, sei doch die Grundidee immer dieselbe geblieben. "Zülpich ist ein Raum für Frauen, an dem sie sich wohl- und wertgeschätzt fühlen und dadurch inspiriert lernen können! Heute entdeckt auch das Qualitätsmanagement die große Bedeutung, die ein angenehmer Ort für das Lernen hat. Uns war das von Anfang an wichtig, und wir haben unser Angebot entsprechend gestaltet", so Sigrid Titze.
Das Spektrum der Angebote des Frauenbildungshauses hat sich im Laufe seiner Geschichte stark gewandelt. Suchten die ersten Teilnehmerinnen vor allem einen ausschließlich Frauen zugänglichen Raum für Selbsterfahrung, kommen viele der heutigen Besucherinnen vor allem zwecks beruflicher Fortbildungen. Rund 180 berufliche, politische und persönliche Bildungsangebote werden von rund 1.500 Teilnehmerinnen pro Jahr genutzt. Vier Schwerpunkte stehen zur Auswahl, sie reichen von Beruf & Management, Gesundheit & Therapeutische Verfahren über Spiritualität & Lebensgestaltung bis zu Kreativität & Umwelt. Ein größerer Teil der Kursangebote sind als Bildungsurlaubsangebote im Sinne der berufsbezogenen oder politischen Bildung anerkannt.
Frauenbildungshaus Zülpich wird traditionell im Team geführt
Seit 30 Jahren werden die Geschicke des Frauenbildungshauses im Team geführt. Anfänglich war jede der Teamfrauen für jeden Bereich zuständig nach dem Motto: "Jede kann alles". Nach intensiven Diskussionen und teilweise schmerzhaften Prozessen und Entscheidungen im Laufe der Jahrzehnte stehen heute die Unterschiedlichkeiten und spezifischen Qualifikationen und Qualitäten der einzelnen Teamfrauen im Vordergrund.
Auch die räumlichen und kulinarischen Standards des in Internatsform geführten Hauses mit 30 Plätzen haben sich gewandelt. Anfangs waren die Teilnehmerinnen in großen Mehrbettzimmern unterbracht und kochten ihre Mahlzeiten selbst. Heute stehen moderne, behindertengerechte Ein-, Zwei- und Dreibettzimmer zur Verfügung und eine Köchin sorgt für die Mahlzeiten.
In den letzten drei Jahren waren beim Frauenbildungshaus Zülpich auch zwei vom Land Nordrhein-Westfalen geförderte innovative Projekte angesiedelt. Das Regionen Stärken Frauen-Projekt "Wirtschaftsfaktor Frauen: Strategische Laufbahn- und Karrierequalifizierung für angestellte Frauen!" ermöglichte 30 angestellten Frauen im Kreis Euskirchen, ihre Karriere voranzubringen. In diesem Jahr hat sich das Frauenbildungshaus mit einem Projekt an der Landesinitiative "Netzwerk Wiedereinstieg" beteiligt.
(frauennrw.de, 10.06.2009)