Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen
  1. Frauen NRW

Engagiert für HIV-positve Frauen

Die Wuppertalerin Cori Obst ist mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden

Ende Mai erhielt die Mitbegründerin des Netzwerks Frauen und Aids in der deutschen Aidshilfe (DAH), Cori Obst aus Wuppertal, das Bundesverdienstkreuz am Bande. Ihre offene, kämpferische, feministische und im positiven Sinn unbequeme Haltung sowie ihr langer Atem hätten dazu geführt, die Situation HIV-erkrankter Frauen gesellschaftlich sichtbar zu machen, sagte der Oberbürgermeister von Wuppertal, Peter Jung, in seiner Laudatio. Gleichzeitig habe sie mit ihrem Einsatz der AIDS-Hilfe zu einem noch größeren Stellenwert in der Öffentlichkeit verholfen.

Anfang der 90er Jahre keine Lobby für HIV-infizierte Frauen

Als Cori Obst (geb. Tigges) 1991 mit der Diagnose HIV konfrontiert war, wandte sie sich hilfesuchend an die AIDS-Hilfe. Sie stellte schnell fest, dass zu diesem Zeitpunkt auch dort die Realität von Frauen mit HIV und AIDS wenig Beachtung fand. Selber heterosexuell, veränderte sie durch ihr öffentliches Auftreten die gesellschaftliche Ansicht, dass HIV eine Schwulenkrankheit sei. Die Wuppertalerin arbeitete zunächst auf Landesebene, unter anderem im Vorstand der Aidshilfe NRW, und baute dort den Fachbereich Frauen auf. Anschließend kämpfte sie erfolgreich dafür, auch auf Bundesebene einen Fachbereich "Frauen" in der Deutschen Aidshilfe zu installieren. Sie arbeitete zudem im Dachverband des DAH-Delegiertenrats und im Fachbeirat "Frauen" mit. Die gesamten 18 Jahre hat sie sich ehrenamtlich engagiert.

Auch HIV-positive Frauen haben ein Recht auf ein eigenes Kind

Cori Obst erkämpfte sich 1995 als erste HIV-positive Frau das Recht auf ein eigenes Kind und eine natürliche Geburt. Zu diesem Zeitpunkt galt es gesellschaftlich als völlig verantwortungslos, mit HIV einem Kinderwunsch nachzugeben. Ihre Tochter kam 1996 HIV-negativ zur Welt. Die streitbare Wuppertalerin scheute sich nicht, für ihre Sache in diversen Talkshows im deutschen Fernsehen aufzutreten. Mit ihrer Präsenz, so der Laudator Peter Jung, wollte sie andere HIV-positive Frauen ermutigen, sich nicht zu verstecken, sondern sich zusammenzuschließen und Forderungen an die AIDS-Hilfen, die Forschung sowie Politik und Gesellschaft zu stellen. Die Preisträgerin widmete ihr Bundesverdienstkreuz allen mit HIV und AIDS lebenden Menschen mit der Botschaft: "Wir HIV-Positiven können etwas verändern!"

Weiterführende Links:

(frauennrw.de, 16.06.2009)

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