Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen
  1. Frauen NRW

Computer- und Internetnutzung von Frauen in Nordrhein-Westfalen

Zeitreihen lassen langsame Annäherung zwischen Frauen und Männern erkennen

Sowohl im Berufs- als auch im Privatleben sind Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) unverzichtbar geworden. E-Mails, Webforen, Onlineshopping und -banking sowie die Suche nach Informationen im World Wide Web sind für viele alltägliche Routine. Doch wird diese Quelle für Information und Wissen auch von allen Bürgerinnen und Bürgern in Nordrhein-Westfalen gleichermaßen genutzt? Dieser Frage ist IT.NRW als statistisches Landesamt für Nordrhein-Westfalen in einer Analyse nachgegangen. Die Ergebnisse zeigen, dass eine sogenannte Digitale Kluft existiert. In welchem Ausmaß Informations- und Kommunikationstechnologien genutzt werden (können), hängt neben Bildungsstand, Einkommensniveau und Alter auch vom Geschlecht ab.

Europaweite Studie als Datengrundlage

Die Analyse beruht auf Daten aus einer 2007 durchgeführten Umfrage in den europäischen Mitgliedstaaten zur Erstellung von amtlichen Statistiken über die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien. An der Umfrage nahmen in Nordrhein-Westfalen mehr als 4.700 Personen ab 10 Jahren aus über 2.300 Haushalten teil. Die Quotenstichprobe wurde hochgerechnet auf etwa 16,3 Millionen Personen und etwa 8,5 Millionen Haushalte in Nordrhein-Westfalen.

Wesentliche Ergebnisse zum Geschlecht

Frauen nutzen Computer- und Internettechnologien durchgängig weniger häufig als Männer. 72,8 Prozent der befragten Frauen gegenüber 83,2 Prozent der Männer haben schon einmal einen Computer eingesetzt. Auch der Anteil der Frauen, die täglich einen Computer nutzen, liegt niedriger (67,6 % zu 80,1 %). Ähnlich sehen die Zahlen bei der Internetnutzung aus. 65,5 Prozent der Frauen in Nordrhein-Westfalen waren schon einmal online (Männer 77,6 Prozent).

Private Internetnutzung

Bei der privaten Internetnutzung lassen sich zudem geschlechtsspezifische Interessen erkennen. Während Frauen seltener als Männer im Internet Radio hören oder fernsehen (15,4 % zu 28,8 %) surfen sie eher um Gesundheitsinformationen (61,5 % zu 48,7 %) und Bildungsangebote (34,2 % zu 26,2 %) zu finden. Unterschiede lassen sich auch beim Onlineshopping erkennen. Von allen befragten Frauen haben 65,2 Prozent schon im Internet eingekauft, von allen Männern 71,9 Prozent. Frauen kaufen über das Internet gerne Kleidung und Sportartikel (53,6 % zu 37,8 %) und interessieren sich dagegen weniger als Männer für Aktien und Versicherungen (5,2 % zu 13,7 %).

Digitale Kluft schließt sich nur langsam

Insgesamt scheint sich die Digitale Kluft In Nordrhein-Westfalen langsam zu schließen. Bezüglich des Merkmals Geschlecht wird das insofern deutlich, als dass sich die Anteile von Frauen und Männern bei der Computer- und Internetnutzung langsam annähern. Während etwa im Jahr 2002 der Anteil der Männer, die das Internet täglich nutzten, 35 Prozent höher war als der Frauenanteil, lag er 2007 nur noch um 23 Prozent höher.

Weiterführender Link:

(frauennrw.de, 29.06.2009)

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