Abstand zwischen Frauen und Männern seit 2001 konstant
Die Internetgemeinde wächst weiter. 2009 sind 70 Prozent der Deutschen ab 14 Jahren online. Auch immer mehr Frauen nutzen das Internet. Dies geht aus dem (N)Onliner-Atlas 2009 hervor. Derzeit sind 62,4 Prozent der Frauen und 76,1 Prozent der Männer online. Gegenüber dem vergangenen Jahr beträgt der Zuwachs bei den weiblichen Onlinern damit 4,1 Prozent, bei den männlichen 3,7 Prozent. Dabei variiert der Unterschied zwischen Frauen und Männern zwar von Jahr zu Jahr, bleibt seit der ersten Erhebung im Jahr 2001 aber im Durchschnitt bei etwa 13,7 Prozentpunkten. Von einer Annäherung in der Internetnutzung von Frauen und Männern kann anhand der in dieser Studie erhobenen Zahlen also nicht gesprochen werden.
Unter den Frauen variiert die Internetnutzung besonders mit dem Alter. In der Altersgruppe 14 bis 19 Jahre sind bereits seit 2007 mehr Frauen als Männer online. 2009 surfen 96,4 Prozent der Mädchen und jungen Frauen im World Wide Web. Doch je älter die Frauen sind, desto geringer ist ihr Anteil an den Onlinern: Bei den 60- bis 69-Jährigen sind es noch fast 40 Prozent, bei den über 70-Jährigen nur etwas mehr als 10 Prozent. Gleichzeitig wächst der Abstand zu den Männern und liegt bei gut 20 Prozent bei den über 60-Jährigen.
Ein hoher Bildungsstand wirkt sich positiv auf die Internetnutzung beider Geschlechter aus. Zwar nutzen Männer mit Abitur, (Fach-) Hochschulreife oder abgeschlossenem Studium das Internet immer noch etwas häufiger als Frauen mit ähnlicher formaler Bildung, die Unterschiede liegen jedoch nur noch bei maximal 5 Prozentpunkten. So sind zum Beispiel 85,5 Prozent der Frauen mit abgeschlossenem Studium online. Deutlichere Unterschiede ergeben sich beim mittleren Bildungsabschluss (weiterbildende Schule ohne Abitur), der größte Abstand ist zwischen weiblichen und männlichen Onlinern mit Volksschulabschluss ohne Lehre zu verzeichnen: Nur etwa halb so viele Frauen (29,6 Prozent) wie Männer mit diesem Bildungsstand nutzen das Internet.
Der Vergleich der Internetnutzung nach Geschlecht in den einzelnen Bundesländern zeigt, dass Nordrhein-Westfalen mit 62,4 Prozent bei den weiblichen Onlinern und 76,7 Prozent bei den männlichen fast exakt im bundesdeutschen Durchschnitt liegt.
Der (N)Onliner Atlas ist eine Studie der Initiative D21, einer Partnerschaft von Politik und Wirtschaft für die Informationsgesellschaft. Durchgeführt wird die Studie, für die 2009 über 30.000 Interviews geführt worden sind, seit 2001 von TNS Infratest. Den diesjährigen Atlas haben die FIDUCIA IT AG, TNS Infratest GmbH, Deutsche Telekom AG, Wolters Kluwer Deutschland, Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V. und das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie unterstützt.
(frauennrw.de, 08.07.2009)