Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen
  1. Frauen NRW

Frauen stehen einer Selbstständigkeit skeptischer gegenüber als Männer

Sonderauswertung des KfW-Gründungsmonitors 2008

Sowohl Gründerinnen, insbesondere aber Nicht-Gründerinnen beurteilen das Unternehmertum skeptischer als Männer. Dies hat eine aktuelle Sonderauswertung des KfW-Gründungsmonitors 2008 ergeben. Mit der Sonderauswertung sollte der Frage nachgegangen werden, warum Frauen nach wie vor seltener gründen als Männer. Denn die repräsentative Analyse der KfW Bankengruppe zum Gründungsgeschehen in Deutschland hatte diese Beobachtung auch für das Jahr 2008 bestätigt: Ingesamt haben in diesem Jahr 797.000 Personen ein Unternehmen gegründet, 41 Prozent davon waren Frauen.

Unterschiede zwischen Gründerinnen und Gründern

Die Sonderauswertung hat ergeben, dass unter den Gründerinnen und Gründern mehr Männer als Frauen das Gründungsumfeld generell positiv einschätzen (Männer 45,3 %, Frauen 40, 7 %). Zudem sind etwas mehr Gründer als Gründerinnen überzeugt davon, dass Selbstständige ein hohes gesellschaftliches Ansehen genießen (54,7 % zu 50,7 %).

Unterschiede zwischen Nichtgründerinnen und Nichtgründern

Insbesondere aber bei den Frauen, die keine selbstständige Tätigkeit begonnen haben, bestehen Zweifel an der Attraktivität des Unternehmertums, der eigenen Befähigung dazu sowie an der Vereinbarkeit mit der persönlichen Lebenssituation. Das ist für Nichtgründerinnen natürlich nicht überraschend, nicht gründende Männer beurteilen diese Aspekte allerdings weit weniger kritisch. "Sich selbstständig zu machen ist für mich persönlich eine attraktive Karrieremöglichkeit", sagen rund 40 Prozent der Nichtgründer und nur etwa 30 Prozent der Nichtgründerinnen. "Ich habe die persönlichen und fachlichen Qualifikationen, die zur erfolgreichen Gründung eines eigenen Unternehmens erforderlich sind", sagen immerhin etwa 50 Prozent der Nichtgründer aber nur rund 40 Prozent der Nichtgründerinnen. Und von der Vereinbarkeit mit der eigenen Lebenssituation sind rund 30 Prozent der Nichtgründer und lediglich 22 Prozent der Nichtgründerinnen überzeugt.

Gemeinsamkeiten zwischen Gründerinnen und Gründern überwiegen

Bei allen anderen erfassten soziodemografischen Eigenschaften und Persönlichkeitsmerkmalen bestehen bei gründenden Frauen und Männern kaum Unterschiede: Sie sind ähnlich gut ausgebildet und weisen jeweils einen höheren Bildungsgrad auf als Nichtgründerinnen und Nichtgründer. Sowohl Gründer als auch Gründerinnen kennzeichnen eine höhere Risikobereitschaft, Innovationsfreudigkeit und Kreativität, ein stärkeres Streben nach Selbstverwirklichung sowie eine überdurchschnittliche Kommunikationsfähigkeit und Überzeugungskraft. "Der unternehmerische 'Gründertyp', ob männlich oder weiblich, glaubt deutlich stärker als ein Nichtgründer daran, dass der persönliche Erfolg durch das eigene Handeln kontrolliert werden kann", sagt Dr. Norbert Irsch, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe.

Aufklärung über Chancen der Selbstständigkeit

Um mehr Frauen zu einer Gründung zu motivieren, so das Fazit der Studie, werden gezielte Beratungs- und Informationsangebote benötigt, die über die Chancen der Selbstständigkeit aufklären und gründungsförderliche Persönlichkeitseigenschaften, Fähigkeiten und Einschätzungen stärken.

Für den KfW-Gründungsmonitor werden jährlich 40.000 bis 50.000 zufällig ausgewählte, in Deutschland ansässige Personen befragt. Für die Befragungswelle 2007/2008 wurde zusätzlich eine Palette allgemeiner Persönlichkeitsmerkmale sowie gründungsbezogene Einschätzungen erfasst. In die Sonderauswertung sind neben 420 Gründern und 350 Gründerinnen rund 3.050 nicht gründende Männer und 4.100 nicht gründende Frauen einbezogen worden.

Weiterführender Link:

(frauennrw.de, 11.08.2009)

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