Aktuelle Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung
Immer mehr Frauen bauen sich eine zusätzliche private Altersvorsorge mit der Riester-Rente auf. Dies ist das Ergebnis einer Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin. Das DIW hat die im Rahmen des Sozio-oekonomischen Panels im Zeitraum von 2004 bis 2007 erhobenen Befragungsdaten von Personen im Alter zwischen 17 und 64 Jahren auf die Inanspruchnahme der Riester-Förderung untersucht. Dabei wurde deutlich, dass diese Form der Altersicherung nicht nur in Ostdeutschland stärker verbreitet ist als in Westdeutschland, sondern dass mittlerweile auch Frauen häufiger riestern als Männer.
Während bei Einführung der Riester-Rente im Jahr 2002 ähnlich viele Frauen wie Männer Riester-Verträge unterschrieben, sind es inzwischen mehr Frauen. Knapp 20 Prozent der Frauen in Westdeutschland (Männer 16,2 %) und sogar gut 24 Prozent der Frauen in Ostdeutschland (Männer 20,7 %) hatten bis 2007 einen Riester-Vertrag abgeschlossen. Am stärksten verbreitet waren Riester-Verträge bei ostdeutschen Frauen im Alter zwischen 35 und 44 Jahren.
Das DIW vermutet, dass es die Kinderzulagen sind, die das Riestern für Frauen besonders attraktiv machen. Rund zwei Drittel der weiblichen Zulagenempfänger erhielten im Jahr 2005 eine Kinderzulage, während es bei den Männern nur 23 Prozent waren. Die Tatsache, dass Ostdeutsche mehr Riester-Verträge abschließen als Westdeutsche könnte laut DIW daran liegen, dass in den neuen Bundesländern erst nach der Wende mit der privaten Vorsorge begonnen wurde und es noch nicht so viele verschiedene Produkte gibt wie in Westdeutschland.
Das Sozio-oekonomische Panel ist eine jährlich vom DIW Berlin in Zusammenarbeit mit TNS Infratest Sozialforschung erhobene repräsentative Studie, bei der Daten zu einer Vielzahl sozio-demografischer Fragen erhoben werden.
(frauennrw.de, 29.09.2009)