Angelika Schmidt-Koddenberg und Kira Stein mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt
Zwei Frauen, die in Nordrhein-Westfalen wirken, sind jetzt von Bundespräsident Horst Köhler mit dem Verdienstkreuz am Bande ausgezeichnet worden. Angelika Schmidt-Koddenberg ist Professorin an der Katholischen Fachhochschule Köln und hat sich um die Verbesserung der politischen und gesellschaftlichen Partizipation von Frauen verdient gemacht, insbesondere auch der von jungen Frauen mit Zuwanderungsgeschichte. Kira Stein, Ingenieurin für Maschinenbau und Unternehmerin, hat sich jahrzehntelang ehrenamtlich für Frauen in technischen Berufen engagiert. Unter anderem ist sie Mitglied im Vorstand des Kompetenzzentrums Technik-Diversity-Chancengleichheit in Bielefeld.
Angelika Schmidt-Koddenberg unterrichtet seit 1997 Soziologie an der Kölner Abteilung der Katholischen Hochschule NRW im Fachbereich Sozialwesen. Ihre Forschungsinteressen erstrecken sich auf die Themen Migration/Integration und die Geschlechterverhältnisse sowie auf das öffentliche Engagement von Frauen. Die Professorin leistet einen verdienstvollen Beitrag zur Integration, heißt es in der Begründung für die Ehrung. Die 54-Jährige hat neue Handlungsansätze zur Erschließung qualifizierter Arbeitsplätze für junge Frauen mit Migrationshintergrund erprobt. Zudem führte sie ein Bildungsprogramm für Frauen durch, die ein politisches Mandat anstreben. Eines ihrer bedeutsamsten Forschungsprojekte war das "Transkulturelle und interreligiöse Lernhaus der Frauen", das Frauen, die sich politisch oder gesellschaftlich engagieren wollen, ein Forum bietet. Mit einer grundlegenden wissenschaftlichen Arbeit über Frauenverbände und Frauenverbandsarbeit in Deutschland für die Katholische Frauengemeinschaft Deutschland (kfd) hat sie zudem die Neuausrichtung vieler Frauenverbände geprägt.
Kira Stein ist überzeugt: "Ohne Frauen fehlt der Technik was." Neben ihrer Arbeit in den Bereichen Entwicklung, Marketing, Produkt- und Qualitätsmanagement in mittelständischen Betrieben sowie als selbstständige Beraterin für Qualitätsmanagement in Darmstadt hat sich die promovierte Ingenieurin in zahlreichen Verbänden und Initiativen engagiert, die Frauen für technische Berufe begeistern wollen. Im Verein "Frauen in Naturwissenschaft und Technik e.V.", im deutschen ingenieurinnenbund e.V., im Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit und im Deutschen Frauenrat, dessen Mitgliederversammlung sie 2008 in den Vorstand wählte, setzte und setzt sie sich für das kreative Potenzial von Frauen in der Naturwissenschaft und Technik ein. Die 57-Jährige vertritt den Deutschen Frauenrat unter anderem auch im nationalen Pakt "Komm, mach MINT" für Frauen in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. "Durch ihr beispielgebendes Wirken hat sie das Bild der Frau im technischen Beruf nachhaltig positiv geprägt", hieß es bei der Verleihung. "Wer Technik gestaltet, gestaltet auch die Gesellschaft mit", sagte der Bundespräsident im Gespräch mit Kira Stein.
(frauennrw.de, 19.10.2009)