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Margot Käßmann zur neuen EKD-Ratsvorsitzenden gewählt

Erstmals eine Frau an der Spitze der evangelischen Kirche in Deutschland

Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann ist am 28. Oktober mit überwältigender Mehrheit zur Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland gewählt worden. Sie erhielt 132 von 141 gültigen Stimmen. Damit ist die 51-Jährige in den nächsten sechs Jahren die höchste Vertreterin der 25 Millionen Protestantinnen und Protestanten in Deutschland. Mit Margot Käßmann hat es erstmalig in der Geschichte der Evangelischen Kirche in Deutschland eine Frau bis an die Spitze geschafft.

Margot Käßmann studierte evangelische Theologie in Tübingen, Edinburgh, Göttingen und Marburg. 1983 begann sie als Vikarin im hessischen Wolfhagen, 1985 erfolgte ihre Ordination zur Pfarrerin; anschließend arbeitete sie gemeinsam mit ihrem damaligen Mann als Gemeindepfarrerin im Schwalm-Eder-Kreis. Weitere Stationen waren unter anderem ihre Promotion, das Amt der Beauftragten für den kirchlichen Entwicklungsdienst, die Studienleitung der Evangelischen Akademie in Hofgeismar und ihre Berufung zur Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentages. Vor zehn Jahren wurde sie schließlich als erste Frau in das Amt der Landesbischöfin der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers gewählt. Margot Käßmann ist geschieden und Mutter von vier Töchtern.

Streitbare Protestantin

Die streitbare Protestantin bezieht Position, wenn es um soziale Ungerechtigkeit, Menschenrechtsverletzungen oder die Verunglimpfung christlicher Grundsätze geht. Die Trägerin des großen Bundesverdienstkreuzes findet auch klare Worte bei Themen wie Schönheitswahn, Prostitution oder Pornografie und setzt sich für die Stärkung von Frauenrechten ein. Ihre Brustkrebserkrankung 2006 verheimlichte Margot Käßmann nicht und ermutigte durch ihr Beispiel viele andere Erkrankte zu mehr Offenheit.

Weibliche Doppelspitze

Margot Käßmann, die die Nachfolge des Berliner Bischofs Wolfgang Huber antritt, will den von ihrem Vorgänger eingeschlagenen Reformkurs weiterführen. Als Schwerpunkte ihrer Agenda nannte sie auf der Synode soziale Fragen, wie die würdige Pflege im Alter oder die Begleitung Sterbender. Mit ihrer Wahl hat die evangelische Kirche in Deutschland nun eine weibliche Doppelspitze, denn im Frühjahr wurde die Bundestagsvizepräsidentin und Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen Katrin Göring-Eckardt zur Vorsitzenden der Synode gewählt.

Weiterführende Links:

(frauennrw.de, 30.10.2009)

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