Pressemitteilung vom 14.11.2009
"Ob Bürokauffrau oder Lehrerin, Krankenschwester oder Rechtsanwältin - Vorbilder können gerade jungen Frauen dabei helfen, sich im Berufsleben zu behaupten. Deshalb sind Mentoring-Projekte wichtig, um junge Frauen mit Zuwanderungsgeschichte dabei zu unterstützen, die individuell richtige Berufswahl zu treffen", sagte heute (14. November 2009) Frauen- und Integrationsminister Armin Laschet anlässlich des Jahrestreffens für das Mentoring-Projekt "Neue Wege in den Beruf" in Düsseldorf.
Aktuell werden rund 160 Mentees aus mehr als 25 Ländern ein Jahr lang von berufserfahrenen Mentorinnen bei der beruflichen Orientierung begleitet. Das Frauenministerium führt das Mentoring-Projekt für junge Frauen mit Zuwanderungsgeschichte in 15 Städten durch. Nahezu 150 Mentorinnen haben sich ehrenamtlich zur Verfügung gestellt. Sie kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen in Wirtschaft und Verwaltung und sind entweder angestellt, freiberuflich tätig oder führen ein eigenes Unternehmen.
Laschet: "Der zweite Mentoring-Jahrgang steht kurz vor seinem Abschluss, und es lässt sich jetzt schon sagen, dass die jungen Frauen durchweg davon profitiert haben. Die Mentees fühlen sich heute selbstsicherer als noch vor einem Jahr und kennen ihre Stärken und Schwächen besser. Sie wissen mehr über Berufsinhalte und können besser einschätzen, welche Berufe zu ihnen passen".
Viele der jungen Frauen haben festgestellt, dass eine berufliche Fortbildung von großem Wert ist. Mit besseren Noten und höherwertigen Abschlüssen verbessern sich die Chancen in anspruchsvollen Berufen. Besonders positiv sehen die Mentees zusätzliche Praktika und Kontakte zu Betrieben. Die Mentorinnen haben in Bewerbungssituationen konkrete Unterstützung geleistet, und einige junge Frauen haben gute Chancen auf einen Ausbildungsvertrag.
Projektpartner in den Mentoring-Programmen sind die Regionalen Arbeitsstellen zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien (RAA) mit ihrem besonderen Zugang zu jungen Frauen mit Zuwanderungsgeschichte. Der Westdeutsche Handwerkskammertag (WHKT) hilft als Projektpartner aus der Wirtschaft dabei, Betriebe für junge Zugewanderte zu gewinnen. Eine aktuelle OECD-Studie zeigt, dass die Bildungserfolge der Kinder aus Zuwanderungsfamilien am Arbeitsmarkt noch nicht ausreichend honoriert werden. "Wir müssen dafür sorgen, dass mehr Betriebe erkennen, wie sehr sie von interkulturellen Kompetenzen profitieren können", erklärte Minister Laschet.
Gerade junge Frauen mit Zuwanderungsgeschichte konzentrieren sich auf "frauentypische" Berufe. Die Hälfte der jungen Frauen findet sich in nur fünf Ausbildungsberufen wieder: Friseurin, medizinische oder zahnmedizinische Fachangestellte, Kauffrau im Einzelhandel oder Bürokauffrau. Auch einige der Mentees haben diese Berufe für sich ins Auge gefasst. Das gesamte Spektrum der Berufswünsche ist aber sehr viel breiter. Viele Wunschberufe setzen ein Studium voraus wie Ärztin, Rechtsanwältin, Lehrerin, Psychologin, Architektin, Sozialpädagogin oder Wirtschaftswissenschaftlerin.
Das Projekt wird für den Zeitraum von 2009-2011 mit Mitteln in Höhe von rund einer Million Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und dem Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration gefördert. Projektträger ist das Zentrum Frau in Beruf und Technik (ZFBT), Castrop-Rauxel, das auch ein Begleitprogramm für Mentorinnen und Mentees durchführt und das Projekt evaluiert.
Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Generationen, Familie, Frauen und Integration, Telefon 0211 8618 4338.