Im Fokus stehen Filme von Regisseurinnen aus der Balkan-Region
Vom 14. bis 18. April findet in Köln das Internationale Frauenfilmfestival Dortmund | Köln (IFFF) statt. Der Länder-Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf der Balkan-Region und den Nachbarländern. Darüber hinaus zeigt das IFFF in der Sektion "Panorama" eine aktuelle Auswahl herausragender Filme der letzten beiden Produktionsjahre. In der dritten Sektion "begehrt! - Filmlust queer" sind aktuelle Lesben- und Transgenderfilme zu sehen. Das Internationale Frauenfilmfestival Dortmund | Köln findet in jährlich wechselndem Rhythmus in den Städten Köln und Dortmund statt.
Der Länderschwerpunkt 2010 präsentiert Filme aus Albanien, Bosnien & Herzegovina, Bulgarien, Kosovo, Kroatien, Mazedonien, Montenegro, Rumänien, Serbien und Slovenien. Immer mehr Regisseurinnen aus der Balkan-Region greifen zur Kamera und feiern zunehmend große Festivalerfolge. So gewann Jasmila Zbanic mit "Grbavica" bei der Berlinale 2006 den Goldenen Bären. Für das IFFF ist dies Anlass, um mit dem Festival einen Überblick über Filme aus dieser Region zu gewähren und mit den Filmemacherinnen ins Gespräch zu kommen.
Viele der Filmemacherinnen aus Südost-Europa beschäftigen sich mit Fragen von Heimat und Migration. Sie erzählen Geschichten von unterdrückten Identitäten, Exil und Vertreibung. Dabei werden Lebensgeschichten sichtbar, die in offiziellen Darstellungen kaum eine Rolle spielen. Die zeitgenössischen Filmemacherinnen beziehen sich dabei nicht nur auf die jüngsten kriegerischen Auseinandersetzungen, sondern gehen weit in die Geschichte zurück.
Bereits zum sechsten Mal wird im Rahmen des IFFF in Köln der Internationale Debüt-Spielfilmpreis vergeben. Hier stehen Talentsuche und -förderung im Vordergrund. Acht internationale Produktionen gehen ins Rennen um den mit 10.000 Euro dotierten Preis. Das Preisgeld soll helfen, Folgeprojekte zu realisieren, denn noch immer gilt die Regel: Je höher das Budget und das finanzielle Risiko, das mit einer Filmproduktion verbunden ist, desto seltener findet sich eine Frau auf dem Regiestuhl. Zusätzlich wird der mit 1.000 Euro dotierte Publikumspreis vergeben.
Das Internationale Frauenfilmfestival entstand durch die Fusion der zwei renommierten, in den 80er Jahren gegründeten Filmfestivals Feminale und femme totale. Regisseurinnen, Kamerafrauen, Filmmusikerinnen und andere Filmschaffende erhalten durch das IFFF Gelegenheit, aktuelle Arbeiten zu präsentieren und sich auszutauschen. Mit einem eigenen Filmprogramm für Kinder und Jugendliche macht das Festival außerdem Kölner Schulen das Angebot, Themen für den Unterricht zu adaptieren.
(frauennrw.de, 11.01.2010)