Jury: Die Schauspielerin wirkt der Diskriminierung von Lesben und anderen Minderheiten entgegen
Der Augspurg-Heymann-Preis der Landesarbeitsgemeinschaft Lesben in Nordrhein-Westfalen geht 2010 an die Schauspielerin, Sängerin und Kabarettistin Maren Kroymann. Der Preis, der unter anderem aus Mitteln des Ministeriums für Generationen, Familie, Frauen und Integration finanziert wird, ehrt Frauen, die öffentlich sichtbar und stolz zu ihrem Lesbischsein stehen. Mit ihrem frühen Coming out diene sie anderen als Vorbild, so die Jury. Darüber hinaus habe sie der Diskriminierung von Lesben und anderen Minderheiten entgegen gewirkt. Die Preisverleihung findet am 27. Juni in Köln statt.
Schauspielerei genutzt, um Tabus zu brechen
Maren Kroymann arbeitete nach ihrem Studium als Schauspielerin und wurde 1982 mit ihrem Bühnenprogramm "Auf du und du mit dem Stöckelschuh" für das Fernsehen entdeckt. 1988 wurde sie mit "Oh, Gott, Herr Pfarrer" einem breiten Publikum bekannt. Ihre eigene Comedy-Show "Nachtschwester Kroymann" lief von 1993 bis 1997 in der ARD. In dieser Rolle, so die LAG Lesben, habe sie so manche heterosexistische Tabus gebrochen und ihre Finger in gesellschaftspolitische Wunden gelegt. Maren Kroymann stelle in ihren Rollen zudem die ganze Bandbreite von lesbischem und heterosexuellem Frauenleben in der Gegenwart dar: Sie gebe die resolute Mutter, die unkonventionelle Sozialarbeiterin, die stürmische Liebhaberin oder die durchgreifende Chefin.
Seit fast 20 Jahren öffentlich als Lesbe sichtbar
Die heute 61-jährige Kroymann outete sich als eine der ersten Prominenten in Deutschland 1993 im Stern und ging damit das Risiko ein, ihrer Karriere nachhaltig zu schaden. Ihre Berühmtheit bremste ihr mutiger Schritt aber offenbar nicht. Ihr Lesbischsein lebe sie mit großer Selbstverständlichkeit, so die Jury des Augspurg-Heymann-Preises. Dadurch mache sie anderen lesbisch lebenden Frauen jeglichen Alters Mut, zu ihrer Identität zu stehen.
Weiterführende Links:
(frauennrw.de, 16.06.2010)