Historischer Schritt: "UN Women" soll Frauenrechte weltweit stärken
Frauen eine kraftvolle gemeinsame Stimme auf globaler, regionaler und lokaler Ebene zu geben - das ist das Ziel eines neuen Frauenressorts bei den Vereinten Nationen. Anfang Juli stimmte die Vollversammlung der United Nations (UN) einmütig für die Einrichtung des als "UN Women" bezeichneten Ressorts. Es soll die Geschlechtergleichheit und die Teilhabe von Frauen in den Mitgliedstaaten stärken und fasst vier kleinere, bisher mit der Geschlechtergleichstellung befasste Organisationen der UN zusammen. UN Women soll mit knapp 400 Millionen Euro ausgestattet werden.
Eigene Untergeneralsekretärin
Das neue Ressort vereint den bisherigen Entwicklungsfonds der Vereinten Nationen für Frauen (UN Development Fund for Women, UNIFEM), die Abteilung für Frauenförderung (Division for the Advancement of Women, DAW), das Büro der Sonderberaterin des UN-Generalsekretärs für Gleichstellungsfragen (Office of the Special Adviser on Gender Issues, OSAGI) und das Internationale Forschungs- und Ausbildungsinstitut zur Förderung der Frau (UN International Research and Training Institute for the Advancement of Women, UN INSTRAW). Die finanzielle Ausstattung des UN Women ist doppelt so hoch wie der bisherige Gesamtetat für Frauen bei den UN. An der Spitze des Ressorts wird eine eigene Untergeneralsekretärin stehen. UN Women soll unter anderem die Mitgliedstaaten bei der Einführung von Gleichstellungsstandards unterstützen und Kooperationen mit den Zivilgesellschaften fördern. Auch innerhalb der UN wird das Ressort für Geschlechtergerechtigkeit verantwortlich sein. UN Women nimmt seine Arbeit im Januar 2011 auf.
Soziale und wirtschaftliche Notwendigkeit
Die Bündelung der vier für die Gleichstellung zuständigen Organisationen, so UN-Generalsekretär Ban Ki-moon, wird den Frauen und Mädchen eine starke, vereinte Stimme geben. Geschlechtergerechtigkeit sei nicht nur ein Menschenrecht sondern eine soziale und wirtschaftliche Notwendigkeit: "Wo Frauen ausgebildet und beruflich gefördert werden, ist die Wirtschaft produktiver. Wo Frauen in Politik und Gesellschaft gut repräsentiert sind, sind die Verhältnisse stabiler und friedlicher."
Drängen internationaler Frauenrechtsorganisationen
Das neue Ressort ist auf Drängen internationaler Frauenrechtsorganisationen und nach jahrelangen Verhandlungen zwischen den UN-Mitgliedstaaten beschlossen worden. Seine Einrichtung wird vom Bundesfrauenministerium, von der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen sowie von deutschen Frauenrechtsorganisationen begrüßt. Der Deutsche Frauenring gehörte zu den Aktivisten für die neue Sondereinheit und hat bereits Vorschläge für die zukünftige Arbeit von UN Women formuliert. Der Deutsche Frauenrat unterstützt diese Forderungen.
Weiterführende Links:
(frauennrw, 15.07.2010)