Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen
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Hebammen: Acht Euro mehr pro Geburt im Krankenhaus

Erhöhung der Vergütung bleibt weit hinter den Forderungen der Hebammen zurück

Freiberufliche Hebammen fürchten nach wie vor um ihre Existenz. Am 5. Juli hat eine Schiedsstelle zwar eine Erhöhung ihrer Vergütung entschieden, diese bleibt jedoch weit hinter den Forderungen der Hebammen zurück. Die Einschaltung der Schiedsstelle war nötig geworden, nachdem Krankenkassen und Hebammen sich nicht auf eine höhere Vergütung einigen konnten. Seit 1. Juli 2010 müssen freiberufliche Hebammen in Deutschland deutlich höhere Prämien zur Berufshaftpflichtversicherung bezahlen. Die geforderte Summe macht den Freiberuflerinnen laut Deutschem Hebammenverband ein wirtschaftliches Arbeiten im Bereich der Geburtsbegleitung weitgehend unmöglich.

Geburtshelferinnen hoffen auf die Politik

Seit Beginn des Monats beträgt die Haftpflichtversicherung für freiberufliche Hebammen 3.689 Euro im Jahr. Zuvor waren es 2.370 Euro jährlich. Bei einem durchschnittlichen Stundenlohn von 7,50 Euro zwingt diese finanzielle Belastung viele freiberufliche Geburtshelferinnen zum Aufgeben. Eine höhere Vergütung hätte ihnen aus ihrer prekären Situation helfen können, doch von dem Ergebnis der Schiedsstelle sind die Geburtshelferinnen enttäuscht: Für außerklinische Geburten sollen die Pauschale um 100 Euro, für Geburten im Krankenhaus um 8 Euro angehoben werden. Zum Vergleich: Die Hebammenverbände hatten 304 Euro mehr für Hausgeburten und 36 Euro mehr für Beleggeburten gefordert.

Enttäuschung und Empörung bei den Hebammen

Susanne Schäfer, Vorsitzende des Bundes freiberuflicher Hebammmen Deutschlands (BfHD), kommentiert die Entscheidung mit Empörung: "Offenbar haben entscheidende Vertreter der Schiedsstelle nicht verstanden, dass damit die Frauen nicht mehr frei darüber bestimmen können, wie sie gebären wollen. Das Ergebnis ist ein Schlag ins Gesicht jeder Hebamme, die Geburten zu Hause und im Geburtshaus betreut - und ins Gesicht jeder Frau, die sich für eine natürliche und selbstbestimmte Geburt entschieden hat." Der Deutsche Hebammenverband hofft nun noch auf die Politik. Ministerinnen und Minister auf Landes- und Bundesebene haben ihre Unterstützung zugesagt. Zuletzt hat die Gesundheitsministerkonferenz am 1. Juli die Bundesregierung einstimmig dazu aufgefordert, das Versorgungsangebot durch Hebammen sicher zu stellen.

Steuerfinanzierter Fonds für Heilberufe

Den Hebammen wäre ohnehin ein "steuerfinanzierter Fonds für Heilberufe" am liebsten. "Obwohl freiberuflich tätig, sind Einnahmen der freiberuflichen Hebammen durch die Krankenkassen festgezurrt", sagte die Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes anlässlich der Entscheidung der Schiedsstelle. Und im Petitionsausschuss des Bundestages, der sich am 28. Juni aufgrund von fast 200.000 gesammelten Unterschriften mit einer Petition des Hebammenverbandes befasste, betonte sie: "Geburt und Schwangerschaft sind schließlich keine Krankheiten. Daher sollten nicht die Krankenkassen für die Leistungen einer Hebamme aufkommen." Der Deutsche Hebammenverband setzt seine bundesweiten Mahnwachen auch in den Sommerferien fort, zum Beispiel am 5. August in Bonn vor dem Bundesministerium für Gesundheit, Rochusstraße 1.

Weiterführende Links:

 

(frauennrw, 21.07.2010)

 

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