Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen
  1. Frauen NRW

Bericht: Viertes Treffen des „Netzwerks für die Selbstbestimmungsrechte junger Migrantinnen“

img_netzwerk_Gudrun_Tack_M__dchengruppe_AWO_Jugendmigrationsdienst_Lippstadt_mod_1001Organisationen, welche Mädchen und Frauen helfen, die mit Zwangsheirat und Gewalt konfrontiert sind, stehen immer häufiger vor der Situation, dass junge Frauen gemeinsam mit einem Partner oder einer Partnerin Schutz suchen. Wie dem Rechnung getragen werden kann, war Schwerpunktthema des vierten Treffens des nordrhein-westfälischen Netzwerks für die Selbstbestimmungsrechte junger Migrantinnen. Es bildete sich eine Arbeitsgruppe, die ein Positionspapier zu diesem Handlungsfeld vorbereitet.

Das „Netzwerk für die Selbstbestimmungsrechte junger Migrantinnen“ bündelt die Informationen und Erfahrungen von 15 Mitgliedsorganisationen aus ganz Nordrhein-Westfalen, die sich für junge Frauen einsetzen, die von Zwangsheirat und Gewalt im Namen der so genannten Ehre betroffen sind, und vertritt die Interessen dieser jungen Frauen in politischen Entscheidungsprozessen. Zweimal jährlich veranstaltet das Netzwerk Treffen mit Expertinnen und Multiplikatorinnen, um Erfahrungen und Informationen auszutauschen, politische Entwicklungen zu besprechen, Themenschwerpunkte zu setzen und gemeinsame Standpunkte zu erarbeiten. Jetzt fand das vierte Treffen dieser Art statt.

"Wir stehen zunehmend vor der Situation, dass junge Frauen zu uns kommen, die gemeinsam mit ihrem Lebenspartner oder ihrer Lebenspartnerin Schutz suchen", berichtet Birgit Hoffmann, Geschäftsführerin des Mädchenhauses Bielefeld, die das Netzwerk zusammen mit der Kölner Informations- und Beratungsstelle für Migrantinnen, agisra e.V., 2009 ins Leben rief. "Daher legten wir bei unserem Netzwerk-Treffen im Dezember 2010 den Themenschwerpunkt auf die Frage, wie wir mit der Unterbringung dieser Paare umgehen." Während des Netzwerktreffens referierte Sonja Fatma Bläser, Leiterin des HennaMond e.V. aus Wermelskirchen, der Mädchen, jungen Frauen und jungen Männern hilft, die von häuslicher Gewalt, Zwangsverheiratung oder Ehrenmord betroffen sind. Um Vorschläge für den weiteren Umgang mit dem Thema zu erarbeiten, konstituierte sich eine Arbeitsgruppe. Beim nächsten Treffen des Netzwerks am 5. Juli 2011 sollen deren Ausarbeitungen in ein gemeinsames Positionspapier einfließen.

Foto: Gudrun Tack, Mädchengruppe AWO Jugendmigrationsdienst, Lippstadt

(frauennrw, 01.02.2011)

 

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